Pressemitteillungen
November 04, 2008
Hier findet Ihr Pressemitteilungen zu den Mittwochs Malern und der aktuellen Situation um das Thema “Graffiti” in Köln. Aktuelle Artikel befinden sich immer am Ende der Seite.
Bilder für die bunte Stadt
Von Helmut Frangenberg, 06.10.08,
Die Kölner Anti-Sprayer-Aktion Kasa bekämpft seit zehn Jahren illegale Graffiti. Ihr Weg ist umstritten. Jugendliche fordern die Legalisierung von Flächen.
In der offenen Jugendeinrichtung “Luckys House” in Bilderstöckchen darf legal gesprayt werden.
Köln – Der Weg führt durch dichtes Gestrüpp, weiter über eine teilweise zusammengebrochene Mauer, bevor man an einem unwirklichen Ort angekommen ist, den man hier mitten in der Stadt nicht erwartet. Irgendwann wurde hier mal irgendwas produziert. Die Fabrikhalle ist verfallen, das ehemalige Bürogebäude hat keine Fenster mehr, drinnen fliegen Akten und Papier herum. In einer Grube, die man mal für Reparaturen von Lastwagen genutzt haben wird, liegen ein altes Sofa – und Hunderte leere Spraydosen.
„Mal kommen noch ein paar Metallsammler vorbei“, sagt ein 18-Jähriger, der sich mit einem Freund in eines der alten Gebäude zurückgezogen hat. „Schön besinnlich“ sei es hier. Dann sprüht er mit ruhiger Hand zwei Augen in ein Gesicht. „Hierhin kommen diejenigen, die noch ein bisschen üben und ihre Technik verbessern wollen“, sagt der 15-jährige Luca über diesen riesigen, knallbunten Abenteuerspielplatz. Alles – wirklich alles – ist hier mit Graffiti überzogen. Drinnen und draußen, Möbel und Mauern, Wege und Decken.
Hier wird nicht geschmiert, sondern stundenlang mit Akribie gesprayt. An manchen Wochenenden kommen bis zu hundert Jugendliche.
Luca muss hier nicht üben. Er gehört zur Gruppe der „Mittwochsmaler“, der wahrscheinlich größten organisierten Gruppe von Graffiti-Sprayern in Köln. Geübt wird in der offenen Jugendeinrichtung „Luckys House“ in Bilderstöckchen. In das alte Gewerbegebiet ist er gekommen, um sich an einem neuen Gemeinschaftswerk auf der „Hall of Fame“ zu beteiligen. Die „Hall“ ist eine über 200 Meter lange Wand unweit der alten Fabrik. Hier sei das Sprühen legal, sagen die Jungs. Mit hellblauer Farbe wird ein Stück Wand voller Grafitti überstrichen und so für neue Bilder vorbereitet. Aus einem Auto scheppert Hip-Hop-Musik. Hier wird nicht wild herumgesprüht, sondern stundenlang mit Akribie gemalt. „Wenn man illegal sprüht, hat man keine Zeit für so was“, sagt Luca. Ihm sei wichtig, ein gutes Bild zu machen, anstatt sich irgendwo auf die Schnelle zu verewigen. Fast alle haben einen Fotoapparat dabei, um später das Ergebnis ihrer Arbeit festzuhalten. An manchen Wochenenden stehen hier weit über hundert Jugendliche entlang der „Hall“, Gruppen veranstalten Wettbewerbe und Parties, jemand bringt einen Generator für eine Musikanlage und Kühlschränke mit – ein lebendiges Stück selbst organisierte Jugendkultur, von dem die meisten in der Stadt nichts wissen.
„Graffiti ist cool“, sagt Thomas aus Porz, der vor kurzem einen Wettbewerb gewonnen hat. „Das belebt das Stadtbild“, meint der 18-jährige Timon und beschwert sich über die Polizei, die einen schon anhalte, wenn man einen Fleck Farbe auf der Hose habe. „Wir wollen uns nicht kriminalisieren lassen.“ Auf der Wand entstehen großformatige, bunte Bilder: Comic-Figuren, Schriftzüge, Fantasy-Gestalten. „Diese Jugendlichen hätten Wertschätzung verdient“, sagt die Künstlerin Alexandra Renken, die zusammen mit dem Jugendsozialarbeiter Maurice Kusber die „Mittwochsmaler“ betreut.
Doch auch hier, fernab von privaten Hausfassaden und Lärmschutzwänden der Bahn hat die Wertschätzung Grenzen: Ein wütender junger Mann unterbricht die Graffiti-Maler. Er gehört zu den Bewohnern eines abgewrackten Bauwagenplatzes, die sonst wenig mit den normalen Eigentumsbegriffen der restlichen Stadtgesellschaft zu tun haben wollen. Doch jetzt ist es auch für ihn an der Zeit, die typische Graffiti-Debatte um Privateigentum und Sachbeschädigung zu führen. Ein alter Mercedes wurde besprüht, mit einer Kloschüssel eine Heckscheibe eingeworfen. „Dem nächsten, den ich erwische, ziehe ich nicht nur die Ohren lang, sondern reiße eins ab. Langsam wird’s zu viel.“ Die Diskussion wirkt in den Fabrikruinen bizarr, geht es doch auch hier um Graffiti als „Eigentumsverletzung, die es nicht länger zu tolerieren gilt“, wie es in der Selbstdarstellung der „Kölner Anti Spray Aktion“, kurz Kasa, heißt.
Dieser Zusammenschluss von Stadt, Polizei, KVB, Bahn, Hausbesitzern und einigen Unternehmen hat sich vor zehn Jahren gegründet, um illegalen Graffiti den Kampf anzusagen, Hausbesitzern beim Schutz zu helfen und den Sprühern das Leben schwer zu machen. Die Kasa ist der Lieblingsfeind der Jugendlichen. „Verbote bringen doch nichts“, ist sich Gymnasiast Luca sicher. Dass er nur noch legal sprühe, habe nichts mit einem Verhör bei der Polizei zu tun, die ihn mal erwischt habe. „Das hat wenig Eindruck gemacht.“ Für ihn sei vielmehr entscheidend, dass er nun von Flächen wisse, wo er in aller Ruhe und legal seine Bilder machen könne. Unrechtsbewusstsein spielt da keine große Rolle: „Ich finde es nicht gut, wenn ein schönes Haus besprüht wird. Bei hässlichen Gebäuden oder bei Brücken ist das aber was anderes. Bunte Bilder verschönern doch die Stadt.“ Solche Aussagen hören die zuständigen Beamten der Kölner Polizei auch, wenn sie illegale Sprayer erwischen. „Warum darf ich nicht die Stadt mitgestalten?“, würden ihn Täter fragen, berichtet der zuständige Koordinator bei der Polizei, Arnd Rüenaufer. Man habe es mit Leuten mit „missionarischem Eifer“ zu tun.
Luca, Timon oder Thomas meint der Mitbegründer der Kasa damit nicht. Für die meisten illegalen Graffiti sei „ein harter Kern von Intensivtätern“ verantwortlich, die alle – zum Teil deutlich – älter als 18 Jahre seien. Das Problem: Die Szenen sind nicht klar voneinander getrennt. Einige machen beides; andere lehnen das legale Sprayen regelrecht ab. Ihre Bilder werden im Internet bestaunt. „Je größer das Risiko, erwischt zu werden, desto größer ist die Bewunderung“, glaubt Rüenaufer. Illegale Graffiti werde es wohl immer geben, welches Ausmaß die Sachbeschädigungen annehmen, ließe sich aber durchaus beeinflussen, glauben dagegen Kusber und Renken, die sich vom illegalen Sprühen klar distanzieren. „Der Bedarf nach legalen Flächen ist riesig“, sagt die 32-jährige Künstlerin. „Es gibt Hunderte in Köln, die malen wollen und nicht wissen, wo.“ Anstatt darauf zu reagieren, würde diese Kunst- und Ausdrucksform von Jugendlichen in die Illegalität gedrängt und pauschal als Schmiererei verunglimpft.
Das sehen nicht alle so – selbst in der Kasa herrscht zurzeit Uneinigkeit über die Frage nach legalen Angeboten für die Sprayer. Die Kölner Verkehrs-Betriebe haben sich vom Haus- und Grundbesitzerverein hart attackieren lassen müssen, nachdem sie die Wände der Haltestelle Frankfurter Straße besprühen ließen. Das sei eine „Torpedierung“ der Arbeit der Kasa. Die Bereitstellung von legalen Flächen oder die Vergabe von Aufträgen für öffentliche Gebäude sei falsch, so die Hausbesitzer. Neue großformatige Bilder würden andere Sprayer anlocken, die sich in der Umgebung verewigen wollten. Die Polizei verweist auf Erkenntnisse aus anderen Städten, die das bestätigen könnten.
Die KVB sah die Sache anders: Ihr sei es darum gegangen, die völlig verwahrloste und mit illegalen Graffiti beschmierte Haltestelle attraktiv zu gestalten. Man wolle „mit einer pragmatischen Haltung etwas verbessern“. Die KVB ist nach der letzten Sitzung der Kasa mit Aussagen über mögliche weitere Projekte vorsichtig geworden. „Wir schauen, wie das bei den Fahrgästen ankommt und ob das Bild so bleibt, wie es ist“, sagt Sprecher Joachim Berger. Es werde „vorerst keine weiteren Flächen“ geben.
„Jugendliche haben mächtige Gegner“, meint Ralf Krep, der für den Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) die Jugendeinrichtung in Bilderstöckchen leitet. Der SKM half bei der Umsetzung des Höhenberger Projekts, bei dem Jugendliche aus dem Stadtteil mit einigen „Mittwochsmalern“ aus Bilderstöckchen zusammenarbeiteten. Die Kasa würde mehr erreichen, wenn sie das Geld, das sie zur Bekämpfung der Graffiti ausgebe, in die Jugendarbeit stecke, sagt Krep. Er hält den Umgang mit dem Thema für unehrlich: Wenn es um Werbung, Kommerz oder Bühnenbilder gehe, müsse Graffiti als coole Kulisse herhalten. Wenn Graffiti da stattfinde, wo sie herkomme, würde sie bekämpft.
Er fordert mehr legale Flächen, weil man so ein „Signal an die Jugendlichen aussenden würde, dass man sie mit Interesse wahrnimmt“. Deshalb sei der Streit um das Höhenberger Gemälde so schädlich: Jugendliche, die zehn Wochen an dem Projekt gearbeitet haben und an Wochenenden bis zu 15 Stunden auf Gerüsten gestanden hätten, müssten sich hinterher anhören, dass ihr Werk nicht erwünscht sei. Die Jugendlichen selbst würden sich gerne mal mit den „alten Herren der Kasa“ an einen Tisch setzen. „Aber leider fehlt bei denen einer, der sich mit Kunst auskennt“, sagt Luca und malt weiter an dem überdimensional großen Kopf fürs Gemeinschaftswerk an der „Hall of Fame“.
Quelle: KSTA Online
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„Keine Ausnahme”
Erstellt 06.10.08, 14:49h
Die Stadt setzt auf eine klare Linie gegen Sprayer und fordert: Keine Ausnahmen.
Guido Kahlen, Stadtdirektor, ist für Sauberkeit und Ordnung in der Stadt zuständig.
Köln – Zum zehnten Geburtstag der Kasa will die Stadt die Mittel gegen illegale Graffiti weiter aufstocken. Was ist geplant?
Guido Kahlen: Wir müssen noch intensiver und vor allem schneller gegen illegale Graffiti vorgehen können. Wir werden die Finanzmittel für die Reinigung von Wänden öffentlicher Gebäude um 100 000 Euro auf insgesamt 580 000 Euro pro Jahr erhöhen. Ein zweites Reinigungsteam ist bereits im Einsatz, ein drittes mit neuen Reinigungsmaschinen wird aufgebaut. Dafür stehen einmalig weitere 350 000 Euro zur Verfügung. Für uns bleibt die Devise richtig: Wer die beschmierten Fassaden schnell reinigt, verhindert weitere Graffiti.
In manchen Wohngebieten vor allem in der Innenstadt scheint das nicht zu funktionieren …
Kahlen: Wir können uns nur um die öffentlichen Gebäude kümmern. Was wir brauchen, sind motivierte Hauseigentümer, die ebenfalls schnell reagieren. Wir wollen es den Eigentümern so leicht wie möglich machen, Strafanzeige zu stellen aber auch schnell an Reinigungsfirmen zu kommen. Wir müssen einen Multiplikatoreneffekt auslösen. Jede Hausbesitzerin, jeder Hausbesitzer, der mitmacht, wird Nachbarn motivieren, sich ebenfalls anzuschließen. Wir als Stadt wollen mit unseren verstärkten Anstrengungen an öffentlichen Gebäuden zeigen: Das Problem ist beherrschbar, obwohl es schwierig ist.
Weil die Zahl der Graffiti so hoch ist?
Kahlen: Es ist nicht nur die Anzahl. Ein Problem ist auch, dass Fassaden und Wände besprüht werden, die nur sehr schwer wieder zu reinigen sind. So machen manche Sprayer auch vor Denkmälern nicht halt. So ist jetzt auf dem Heinrich-Böll-Platz das Denkmal „Ma’alot“ besprüht worden, das an den Holocaust erinnert. Da muss jetzt ein Restaurator eingesetzt werden, weil wir mit unseren Reinigungsmaschinen da nicht randürfen.
Hilft die Bereitstellung von legalen Flächen für Graffiti-Maler, das illegale Sprayen einzudämmen?
Kahlen: Davon gehen wir nicht aus. Fachleute sind der Meinung: Legale Flächen verführen dazu, dass in der Nachbarschaft illegal gesprüht wird. Das ist nicht der richtige Weg.
Teilen Sie die Kritik des Haus- und Grundbesitzervereins an der KVB, die eine Haltestelle ganz offiziell bemalen ließ?
Kahlen: Grundsätzlich finde ich es nicht schlimm, wenn Jugendliche als Auftragsarbeit eine Wand gestalten können. Im Augenblick ist die Situation in Köln aber so, dass auch so eine Aktion als falsch verstandenes Vorbild gesehen werden muss. Wir haben in der Stadt einen ganz klaren und breiten Konsens: Die Bürger wollen mehr Sauberkeit. Die Menschen sind nicht mehr bereit, sich mit Missständen in unserer Stadt einfach abzufinden. Und da gehören Graffiti dazu. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam eine klare Linie verfolgen, wenn wir das Erscheinungsbild der Stadt verbessern wollen.
Damit werden auch die Jugendlichen, die legal sprayen wollen, zu Leidtragenden …
Kahlen: Ich finde es wichtig, hier zu differenzieren. Man darf nicht alle in einen Topf werfen und zum Beispiel die Jugendlichen, die die Haltestelle in Höhenberg gestaltet haben, mit nichtlegalen Sprayern gleichsetzen. Trotzdem halten wir es für falsch, Wände im öffentlichen Raum für Graffiti freizugeben.
Ohne Ausnahme?
Kahlen: Solange wir in Köln so große Probleme mit illegalen Graffiti haben, kann ich nachvollziehen, dass man bei dieser Linie bleibt. Unsere Priorität ist jetzt, die Hausbesitzer für das Thema Sauberkeit zu gewinnen. Da kann ich nicht in der Nachbarschaft Flächen freigeben und riskieren, dass neue Sprayer direkt angelockt werden.
Was sagen Sie den Jugendlichen, die Graffiti malen wollen und sich von ihrer Stadt ausgegrenzt fühlen?
Kahlen: Es gibt Flächen und Wände auf dem Gelände von Jugendeinrichtungen, die man für so was nutzen kann. Es muss aber eine klare Abgrenzung zum öffentlichen Raum geben.
Das Gespräch führte Helmut Frangenberg.
Quelle: KSTA Online
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Graffiti-Sprayer demotivieren , Neues Reinigungsteam
Von Nicole Stötzel, 30.10.08, 23:18h
Die Stadt Köln setzt ab 2009 ein drittes Reinigungsteam zum Entfernen von Graffiti ein. Seit der Gründung der “Kölner Anti Spray Aktion” 1998 wurden über 180.000 Quadratmeter Sprühereien entfernt. Dies will sich die Stadt nächstes Jahr 580.000 Euro kosten lassen.
Die Zahlen sind beeindruckend. Allein an städtischen Gebäuden wurden seit 1998 mehr als 180.000 Quadratmeter Farbsprühereien entfernt, das entspricht einer Größe von 25 Fußballfelder. Über 35.000 Quadratmeter wurden mit einer Schutzbeschichtung versehen. Die Kölner Anti Spray Aktion (Kasa) wird zehn Jahre alt und hat in dieser Zeit eine Menge bewirkt.
„Das stetige Reinigen nimmt den Sprayern die Motivation, da ihnen so die Möglichkeit zur öffentlichen Präsentation genommen wird“, sagte gestern Fritz Schramma. Der Oberbürgermeister hatte alle 34 an der Aktion beteiligten Unternehmen ins Rathaus eingeladen. Er kündigte an, 2009 ein drittes Reinigungsteam einzusetzen. „Außerdem werden wir die Finanzmittel um 100.000 Euro auf insgesamt 580.000 Euro erhöhen“, so Schramma.
Graffiti zu entfernen, ist häufig teuer. Das musste ein privater Hauseigentümer jüngst feststellen. „Einen Quadratmeter Wärmeschutzfassade zu reinigen, hat 40.000 Euro gekostet“, erklärte Thomas Tewes, Geschäftsführer des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins. 1,2 Millionen Euro müssen die KVB jährlich in die Hand nehmen, um alle Graffiti wegzubekommen und zerkratzte Scheiben auszutauschen.
Prominente Stellen bevorzugt
Die Sprayer suchen sich bevorzugt Stellen aus, wo sie wahrgenommen werden. „Jedes dritte Graffiti gibt es in der Innenstadt, dann folgen Zollstock, Rodenkirchen, Kalk und Mülheim“, sagte Kripochef Norbert Wagner. Im ersten Halbjahr 2008 wurden 1.100 Straftaten angezeigt. Die Aufklärungsquote liege bei 20 Prozent, so Wagner.
Die Kasa wurde 1998 im Vorfeld des Doppelgipfels ins Leben gerufen. Die vielen Staatsmänner sollten einen positiven Eindruck von Köln gewinnen.
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50 Millionen Euro Schaden
Von Clemens Schminke, 28.10.08, 18:10h, aktualisiert 28.10.08, 18:30h
Eine neue Ermittlungsgruppe mit Namen „Black Book“ soll systematisch gegen Vandalismus und Graffiti vorgehen. Ob in Bahnhöfen oder Zügen: 46 000 Mal hat die Deutsche Bahn im vorigen Jahr mutwillige Sachbeschädigungen registriert.

Köln Als „Black Book“ wird in der Sprayerszene ein Buch bezeichnet, das die Graffiti des Besitzers dokumentiert. Es enthält Fotos, Skizzen und Zeichnungen befreundeter Sprayer, manchmal zudem Zeitungsartikel. „Black Book“ heißt auch die Ermittlungsgruppe, die die Bundespolizeidirektion Köln unter Leitung von Roland Goerke ins Leben gerufen hat mit dem Ziel, systematisch gegen Vandalismus und Graffiti vorzugehen.Mit einem ersten großen Erfolg, wie Goerke am Dienstag sagte. Die Ermittler hätten kürzlich fünf Männer im Alter von 22 bis 29 Jahren bei der Ausübung von zwei Taten ertappt. Bei der folgenden Wohnungsdurchsuchung sei ihnen ein „Black Book“ in die Hände gefallen, das bei der Aufklärung weiterer Taten eine wichtige Rolle spiele. Auf den Besitzer des Buchs würden Schadenersatzforderungen „in fünfstelliger Höhe“ zukommen.
Der Kölner Fall steht exemplarisch für ein Problem, das Bundespolizei und Deutsche Bahn veranlasst hat, bundesweit die Kampagne „Vandalismus ausbremsen“ zu planen. Für Nordrhein-Westfalen haben am Dienstag der Vizepräsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, Joachim Moritz, und der Leiter der Konzernsicherheit der Deutschen Bahn AG, Jens Puls, den Startschuss gegeben. Ob in Bahnhöfen oder Zügen: 46 000 Mal hat die Deutsche Bahn im vorigen Jahr mutwillige Sachbeschädigungen registriert, mit einem Gesamtschaden von mehr als 50 Millionen Euro. „Wir reden nicht über Peanuts“, sagte Moritz, der auch die Zahlen für NRW präsentierte. Danach haben 7500 Vandalismus-Straftaten und 1500 Graffiti-Farbaufträge im Jahr 2007 einen Schaden von 8,5 Millionen Euro verursacht. In Köln summieren sich die Delikte auf 1500 bei einem Schaden von 1,7 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2008 sind in NRW 4300 Vandalismus-Taten (Köln: 750) und 1500 „Graffitidelikte“ (Köln: 400) gezählt worden.
Angesichts der steigenden Tendenz halten die Initiatoren die Kampagne für unverzichtbar. Sie richtet sich an Bahnkunden und Reisende, die bei der Beobachtung von Straftaten sofort der Bundespolizei oder Bahnmitarbeitern Bescheid sagen sollen, etwa unter der Hotline 01 80 / 5 23 45 66 (ab 14 Cent pro Minute). Die Bundespolizei begleitet die Aktion damit, dass sie die Überwachung der Bahnanlagen verstärkt. Zudem findet am 28. und 29. Oktober im Kölner Hauptbahnhof ein „Aktionstag“ mit ausgewählten Schulklassen statt. „Grundsätzlich leitet die Bahn bei jedem Graffiti- und Vandalismusdelikt ein strafrechtliches Verfahren ein“, unterstrich Puls. Und bis zu 30 Jahren nach der strafrechtlichen Verurteilung könne die Bahn Schadenersatz fordern und Pfändungen einleiten.
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Offizielle Pressemitteilung der Stadt Köln zum 10jährigen Geburstag der K.A.S.A.
10 Jahre Kölner Anti Spray Aktion
OB Fritz Schramma lud KASA-Partner zum Festakt ins Rathaus ein
Kölner Stadtrevue 02/09
Mehr Geld verschrubben
Seit zehn Jahren kämpft die Stadt gegen die Graffitiszene –
mit unveränderten MethodenDie schönsten Geschenke sind doch immer noch die selbstgemachten: Im letzten Jahr feierte die Kölner Anti Spray Aktion (Kasa) den zehnten Geburtstag ihres Kampfes gegen die
hiesige Sprayerszene und 2009 legt das städtische Bündnis aus Polizei, Kölner Verkehrs-Betrieben, Deutscher Bahn und verschiedenen Immobilienbesitzern noch einen drauf:
Zu den 480.000 Euro, die bisher pro Jahr für die Reinigung von städtischen Gebäuden und Flächen aufgewendet wurden, kommen zusätzlich 100.000 Euro hinzu.
Die Taktik der Kasa soll sich indes kaum verändern: Man setzt weiterhin auf Entfernen der Schmierereien. Seit 1998 sind 180.000 Quadratkilometer Farbsprühereien getilgt worden. Dies entspricht in etwa 25 Fußballfeldern. Mit dem zusätzlichen Geld soll ein drittes Reinigungsteam finanziert werden. Laut Stadtdirektor Guido Kahlen (SPD) sollen die Sprayer durch das unmittelbare Entfernen ihrer Graffiti demotiviert und mögliche Nachahmer abgehalten werden.
Eine Taktik, die nicht aufgeht, meint Wolfgang Sturm von CasaNova, einer offenen Plattform für Sprayer, die sich für eine positivere Darstellung von Graffiti einsetzt. Seiner Erfahrung nach seien die meisten gereinigten Flächen nach kurzer Zeit wieder bemalt, so der 29-Jährige.
Wie ein konstruktiverer Umgang mit Graffiti aussehen könnte, zeigt ein Projekt an der Frankfurter Straße. Die KVB ließ die sanierungsbedürftige Straßenbahnhaltestelle in Gremberghoven im Juli 2008 von Sprayern gestalten.
Ein Projekt mit Zukunftscharakter? Nein, sagt Kahlen und verweist auf Studien, die eine Zunahme illegaler Graffiti in der unmittelbaren Nachbarschaft solcher Legalflächen belegen.
Maurice Kusber sieht das anders. Der Sozialpädagoge ist Initiator der Aktion »Mittwochsmaler«, die jungen Sprayern legale Aufträge verschafft. In Städten wie Bochum und Münster sei die Anzahl illegaler Graffiti nach der Einrichtung öffentlicher Flächen nachweislich zurückgegangen, so Kusber. Auch der Stadt Köln wurden Vorschläge unterbreitet.
Ein Dialog ist bislang aber nicht zustande gekommen.
Für 2009 strebt die Kasa eine Ausweitung der präventiven Arbeit und eine Intensivierung der Kontakte zu Schulen und Jugendeinrichtungen an. Ob das auch eine Zusammenarbeit mit Projekten wie den Mittwochsmalern oder gar ein Nachdenken über legale Flächen beinhaltet, konnte jedoch auch auf Nachfrage nicht bestätigt werden.
Jonathan Schulze

www.mittwochs-maler.de
www.casanova-koeln.net
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Voila, die Mittwochs Maler waren zahlreich in Leverkusen auf der Brennpunkt Jam. Fazit: 1. Platz beim Battle und 1.Platz beim “On the Run “_Scetch Battle.
Brennpunkt Jam
Die einzige Frau gewinnt
13 Maler und eine Malerin zeigen ihre Graffiti-Künste beim Brennpunkt-Jam. Die Kunstwerke am Zaun der ECE-Baustelle wurden von Jung und Alt bewundert.
Wiesdorf – „Der Blick auf Graffiti hat sich in Leverkusen zum Positiven gewendet.“ So lautet das Fazit von Mitorganisator Rüdiger Porsch zur 15. Ausgabe der Brennpunkt-Jam. 14 Malerinnen und Maler hatten sich in der Wiesdorfer Fußgängerzone eingefunden, um sich zu messen. Alle bewiesen: Graffiti ist keine Schmiererei, sondern eine Kunstform, für die es Talent braucht. Und viel Übung.
Am Samstag traten die 14 Teilnehmer in einem „Battle“ gegeneinander an. Zusätzlich konnten Graffiti-Begeisterte an einem Wettbewerb in der „On the Run Sketch Corner“ teilnehmen. Hier ging es darum, das Wort „Superfresh“ möglichst kunstvoll im Graffiti-Stil zu malen. Porsch freute sich vor allem über die Unterstützung der ECE-Center-Verantwortlichen, die den Bauzaun für den Graffiti-Wettstreit zur Verfügung gestellt hatten: „Es ist ein schöner Ort für so eine Veranstaltung.“ Die Maler hätten Gelegenheit, sich und ihre Kunst zu präsentieren. Außerdem blieben viele Leute stehen, um sich die Werke anzuschauen. Auch zahlreiche ältere Menschen seien darunter. Mancher bekomme auf diesem Weg sogar Aufträge.
Carsten Klett, der ebenfalls an der Organisation der Brennpunkt-Jam beteiligt ist, zeigte sich zufrieden. Die Aktion werde sehr gut angenommen. Sie sei eine gute Möglichkeit, Graffiti auch einmal von der anderen, der legalen Seite zu zeigen. Die Aktion trage dazu bei, zwischen der Bevölkerung und den Sprayern zu vermitteln. Dass dies tatsächlich funktioniert, zeigte sich am Samstag an vielen Ecken. Überall blieben Leute vor den Bildern stehen und sahen den Malerinnen und Malern bei ihrer Arbeit zu. So auch Hans Bleck, der meinte: „Die Jungs sind gut.“
Unter den 14 Teilnehmern des Graffiti-Battles befinden sich aber nicht nur Jungs, sondern auch Alexandra Renken. Die 32-Jährige ist die einzige Frau im Brennpunkt-Jam-Hahnenkorb. Sie beschäftigt sich bereits seit zehn Jahren mit Graffiti. Vorurteile gegenüber Frauen gebe es in der Szene schon, sagte Alexandra. Sprüche wie „Nicht schlecht für ein Mädchen“ seien keine Seltenheit. Aber es gebe auch viele Kollegen, die sie unterstützen und sie ermutigen. Alexandra bietet in einem Kölner Jugendhaus einen offenen Treff an. Die „Mittwochs-Maler“ beschäftigen sich mit Graffiti und anderen Darstellungsformen. „Es ist ein Graffiti-Projekt mit künstlerischen Aspekten, wo jeder legal malen kann“, erklärte Alexandra.
Sie selbst malt gern Katzen. „Die bieten sich irgendwie an.“ Außerdem habe sie selber welche und könne sie so gut beobachten, um sie später zu malen. In der Mitte ihres Bildes ist eine junge Frau zu sehen. „Kein Selbstporträt“, wie sie betont. „Aber irgendwie haben die dann doch immer Ähnlichkeit mit mir.“ Oft habe sie Bedenken bei ihren Motiven und frage sich, ob das jetzt nicht zu kitschig oder zu mädchenhaft sei. Aber verleugnen könne sie ihre weibliche Identität schließlich auch nicht.
Dass sie das auch gar nicht braucht, stellte sich am Ende des Wettstreits heraus. Die 14 Maler bildeten selbst die Jury für ihre Werke und beschlossen: Alexandra hat den ersten Platz verdient. Auf dem zweiten Platz landete Daniel Bon mit seiner Version des kleinen Maulwurfs aus der „Sendung mit der Maus“. Den dritten Platz belegte Marc Klink. Auf seinem Bild war der Schriftzug „Spoke“ zu lesen.
Rüdiger Porsch sollte Recht behalten. Er hatte schon zu Beginn der Veranstaltung gemutmaßt: „Ich glaub’, das wird ein voller Erfolg.“
Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1238088758928.shtml
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Nippes – Für die einen sind sie Schmiererei, für die anderen Kunst. An Graffiti, der Malerei auf Mauern und im öffentlichen Raum, scheiden sich die Geister. „Die Fronten sind verhärtet“, sagt Anke Patt vom Sozialdienst katholischer Männer (SKM) mit Blick auf Köln. Um dem entgegenzuwirken, hat der Verein am Freitag eine Graffiti-Fachtagung veranstaltet. Im Anschluss wurde in Halle 10 der Clouth Werke an der Xantener Straße die Ausstellung „Mittwochs-Maler and friends“ eröffnet, die auch an diesem Samstag von 12 bis 18 Uhr zu sehen ist.
„Mittwochs-Maler“ ist der Name des Graffiti- und Jugendkunstprojekts, das der SKM im November 2005 im Rahmen des HipHop-Netzwerks für Toleranz und Integration ins Leben gerufen hat und das inzwischen von der Stadt unterstützt wird. Es steht exemplarisch für das Bemühen, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, den öffentlichen Raum mitzugestalten. In Köln gebe es genügend Flächen – von trostlosen Unterführungen bis zu grauen, hässlichen Mauern, die sich gut dafür eigneten, legal besprüht und bemalt zu werden, sagte unter anderen „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel, der die Tagung unterstützte. Gäbe man solche Flächen offiziell frei, würde nach Baumgärtels Auffassung automatisch die Zahl der illegalen Graffiti zurückgehen, ob auf Wänden privater Häuser oder auf Bahnen.
Doch die „legale Gestaltung des öffentlichen Raums“ finde in Köln „keine ordnungspolitische Zustimmung“, kritisierte Elke Böttger, Jugendpflegerin in Nippes, und ergänzte: „Die Freiflächen in Jugendeinrichtungen reichen nicht aus.“ Im Umgang mit der Graffiti-Kultur gelte es, weder einer „Verherrlichung“ noch einer „repressiven Ausgrenzung“ das Wort zu reden. Für Thomas Baumgärtel sind die Konflikte jedenfalls Vergangenheit: In seinem Atelier hätten sich früher „ordnerweise“ die Strafanzeigen angesammelt und oft genug sei er festgenommen worden; heute dagegen rissen sich Kunsteinrichtungen um seine Arbeiten. (cs)
Kölner Wochenspiegel, 30.09.2009
Sprayen erwünscht
Grafittis zieren jetzt die Altkleidercontainer
Neuehrenfeld (as). Die Anwohner der Hosterstraße feierten ihr Nachbarschaftsfest. Rund um das “Enneplätzchen” hatten die Veranstalter: die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft “Die Ehrenfelder” und der Verein “Pusteblume e.V.” neben einem Spieleparcours weitere Attraktionen für Jung und Alt aufgebaut.
So konnte, wer wollte, seine Sattelfestigkeit beim Bullenreiten testen, sich in einem großen “Bienenkorb” schaukeln lassen oder aber eine Runde mit dem Kettenkarussell fahren. Und wer Ehrenfeld schon immer einmal auf dem Kopf stehend betrachten wollte, nutzte hier die Gelegenheit und stieg in das Aerotrim.
Unter dem Motto “Aktiver Umweltschutz auch mit unseren Altkleidercontainern”, gestalteten vor Ort acht junge Sprayer von “Luckys House” einen Altkleidercontainer. Und die Pänz durften es ihnen an Papphäusern gleich tun.

Kinder und Jugendliche Spray-Künstler gestalteten
einen Altkleidercontainer und ein Spielhaus. Foto: Stahl
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Kölnische Rundschau 24.09.2009
Papphäuschen mit einer Sonne verziert
Nachbarschaftsfest mit dem Verein “Pusteblume” – Bands auf der
Bühne und Bullenreiten
HANS-WILLI HERMANS
NEUEHRENFELD. “Gestalten, nicht bestrafen”: So lautete das Motto einer Aktion, die Georg Potschka, Vorstandssprecher der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft “Die Ehrenfelder” initiiert hatte. Auf dem gemeinsamen Nachbarschaftsfest mit der “Pusteblume”, einem Verein für Bewegung, Entspannung, Tanz und Theater in der Hosterstraße, konnten Besucher in der Nähe des Barbarabrunnens erleben, wie Jugendliche nach Lust und Laune Altkleidercontainer mit Spraydosen verzierten.
“Mit der farbenfreudigen Gestaltung werden die Container eher von der Bevölkerung akzeptiert, und die Jugendlichen haben keinen Grund mehr, sie mit eigenen Graffiti zu ,verzieren´”, meinte Potschka. Er sieht die Maßnahme auch als Fortführung der schon begonnenen Linie: Das Fassadenkünstlerduo “Goodlack” hat in Ehrenfeld bereits Garagentore und ganze Häuserfronten der “Ehrenfelder” verschönt. “Goodlack” hatten sich denn auch einen der Altkleidercontainer vorgenommen, während sich um den zweiten eine Sprayer-Gruppe kümmerte, die regelmäßig in “Lucky´s Haus” zusammenkommt. Hemden, Socken, Pullover und Stofftiere hatten sie, dem Thema entsprechend, in freundlichen Farben auf dem Container verewigt: “Wir bekommen dafür die Sprühdosen gestellt, aber das Material ist so reichlich, dass wir damit auch in unserer Einrichtung weitermachen können”, erzählte Alexandra Renken, künstlerische Leiterin der “Mittwochsmaler” aus Lucky´s Haus.
Damit aber die neugierigen Pänz nicht leer ausgingen, war nebenan ein Papphäuschen aufgebaut worden, auf dem sich die Kleinen mit Filzstiften kreativ betätigen konnten: “Guck mal, ich hab ein Herz gemalt”, rief Felix begeistert. “Toll”, gab Lotta zu, “aber meine Sonne ist auch schön geworden.” Aber so lange wie die größeren “Kollegen” hielten sie es dann doch nicht aus bei der Kunst. Schließlich lockten Kettenkarussell, Spieleparcours, Bull-Riding, Bienenkorb-Schaukel und andere Attraktionen, während ihre Eltern auf dem gut besuchten Fest den Bands auf der Bühne lauschten, Kaffee und Kuchen genossen und ein wenig plauschten.
Für die beiden bunten Container, die am Ende des Tages zurückblieben, hat Georg Potschka auch schon eine Verwendung: “Die stellen wir gleich in der Jakob-Schupp-Straße auf.”
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Kölner Stadtanzeiger, 17.09.2009
Ein wahrlich farbenfrohes Fest auf der Straße
In der Ehrenfelder Hosterstraße wurde zugunsten des “Pusteblume”-Vereins gefeiert. Spraykünstler gestalteten dabei Altkleider-Container neu.
VON HERIBERT RÖSGEN
Ehrenfeld - Gerade mal zwei Bleche Rührkuchen waren am Nachmittag an der Kuchentheke beim Straßenfest in der Hosterstraße übrig. Doch das Fest war da noch nicht zu Ende. Am Schluss hatte das fleißige Frauenteam rund 40 Kuchen verkauft. Die meisten selbst gemacht, eine gestiftet von Bäckereien aus der Nachbarschaft.
Gefeiert wurde in der Ennen- und der Hosterstraße zum elften Mal zugunsten des Vereins “Pusteblume”, der in den ehemaligen Räumen der Post-Zweigstelle ein umfangreiches Tanz- und Fitnessprogramm für Menschen jeden Alters anbietet. Ausrichter war die Ehrenfelder Wohnungsgenossenschaft. Alle Generationen wurden auch beim Straßenfest angesprochen. Vor allem die jüngsten Besucher, die sich an vielerlei Attraktionen vergnügen durften, bei denen es meist ordentlich “rund” ging: Kettenkarrusell, Korbschaukel, Rodeo und Rollenrutsche standen zur Auswahl. Die erwachsenen Besucher probierten derweil das Getränkeangebot und genossen das musikalische Programm mit der Band “Kölsch pur”.
Farbenfrohe Erinnerungen an das Fest werden demnächst in Form von bunt bemalten Altkleider-Sammelcontainern aufgestellt. Während des Straßenfestes gestalteten die Spraykünstler der Firma “Goodlack” und die Initiative “Mittwochsmaler” aus der Offenen Tür-Jugendeinrichtung “Luckys Haus” die Metallbehälter. Die hier gesammelten Kleider kommen der genossenschaftlichen Entwicklungshilfegesellschaft “Deswos” zugute.
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Auf dem Sprung nach Europa
Von Christian Leinweber, 28.01.10, 14:48h
Der Breakdance-Wettbewerb „FloorWars“ zog zahlreiche „Crews“ nach Köln – zur Qualifikation für ein internationales „Battle“ in Dänemark. Nach Mitternacht stand der Sieger fest: Die TNT Crew aus Oberhausen vertritt Deutschland in Kopenhagen.
Ehrenfeld – Er ist eine Mischung aus Schwindel erregender Akrobatik und furioser Energie, Musikalität und Durchsetzungsvermögen: der Breakdance. Er gehört zu den Tanzstilen, die eine hohe Disziplin und besondere athletische Fähigkeiten von den Tänzern fordern. Davon konnten sich 600 Besucher beim Breakdance-Wettbewerb „FloorWars Germany 2010“ im Kölner Jugendzentrum „Offene Tür Quäker“ an der Kreutzerstraße überzeugen. Rund 40 Breakdance-Gruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren gekommen, um an der Vorentscheidung für das große Internationale Breakdance-Battle am 20. März in Kopenhagen teilzunehmen.„Die Gruppe, die heute gewinnt, wird Deutschland in Kopenhagen repräsentieren“, so Sune Pejtersen, Organisator des Wettkampfs in Dänemark. In einem so genannten „3VS3-Battle“ traten jeweils zwei Dreiergruppen gegeneinander an, eine Jury wählte darauf die beste aus. Zum Schluss blieb von den 40 „Crews“ diejenige übrig, die mit den spektakulärsten Tanzbewegungen überzeugen konnte. Rund um das Jugendzentrum herrschte schon vor Beginn des Wettkampfs reges Treiben: Unter Anleitung der Juroren gab es in der nahen Tanzschule Mad City diverse Workshops und die Mauern der „Offenen Tür Quäker“ wurden von Sprayern verschönert. Legal, versteht sich.
Silja (23), vom Graffiti- und Jugendkunstprojekt „Mittwochs Maler, war eine der Graffitikünstler: „Einen Ort zu haben, wo man die Hip-Hop-Kultur ausleben kann, ohne kriminell werden zu müssen, ist für das Seelenleben extrem wichtig“, sagte sie. So sahen es wohl auch die Teilnehmer des Wettkampfs: Die Stimmung war entspannt, das Miteinander freundschaftlich. „Das hier ist auch eigentlich kein Wettkampf, sondern ein Zusammentreffen, ein Austausch“, so Sportstudent Shabba (23), Mitglied der Kölner Breakdance-Crew Nin10do. „B-Boying ist kein Sport. Trotzdem trainiere ich dafür jeden Tag und es ist physisch sehr anstrengend.“
Punkt 18 Uhr ging es los mit dem schweißtreibenden Wettbewerb. Die Tanzfläche wurde zum Mittelpunkt des Abends: Die Breakdancer vollzogen akrobatisch Drehungen auf dem Boden, sprangen Saltos und bewegten in Hochgeschwindigkeit ihre Beine zu den Beats der DJs. Gerade einmal fünf Minuten hatte jede Crew Zeit, sich in der Vorselektion zu beweisen. Auch die Jungs von Nin10do: „Klar, wir wollen gewinnen“, so Shabba (23), „aber noch mehr wollen wir zeigen, wofür wir trainiert haben. Es ist besser, ein gutes Battle zu verlieren, als ein schlechtes zu gewinnen.“ Nach einem „schlechten Battle“ sah die Veranstaltung nicht aus, und das mit Grund. Shabba: „FloorWars bewegt sich, was die teilnehmenden Gruppen angeht, auf einem extrem hohen Niveau.“
Das wussten auch die Zuschauer zu würdigen – die Halle kochte, die Favoriten wurden kräftig angefeuert. Und das nicht nur beim „3VS3“. Auch die gemischten Paare, die beim Stand-Up „Bonnie & Clyde“ gegeneinander kämpften, bekamen viel Applaus. „Es sind viele Individualisten dabei und die Atmosphäre ist wirklich gut“, so Stefan Mies, Organisator und Mitarbeiter des Jugendzentrums. „In einer großen Konzerthalle wäre es zu anonym.“ Nach Mitternacht stand der Sieger fest: Die TNT Crew aus Oberhausen vertritt Deutschland in Kopenhagen.
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Strassenkunst
Legale Flächen für Sprühkünstler
Bezirksvertreter fordern mehr legale Flächen für Graffiti-Sprayer. Als vorbildlich gelten beispielsweise die Bilder an der Haltestelle Frankfurter Straße.
Kalk / Höhenberg – Kalks Bezirksvertreter wünschen sich mehr künstlerisch gestaltet Graffiti in ihrem Stadtbezirk. Mit großer Mehrheit beschlossen die Stadtteilpolitiker jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen, dass die Verwaltung im Bezirk Kalk weitere geeignete Flächen zur Verfügung stellen soll, die dann mit pädagogischer Begleitung mit bunten Graffiti bemalt und besprüht werden können. Schließlich habe sich die Gestaltung mit Sprühbildern der KVB-Haltestelle „Frankfurter Straße“ bewährt. Dort hatten rund 30 jugendliche Sprayer der Gruppe „Mittwochsmaler“ – vor fünf Jahren im Rahmen eines Hip-Hop-Projekts an der Offenen Tür Luckys Haus in Bilderstöckchen entstanden – unter Anleitung von Künstlerin Alexandra Renken Wände und Treppenaufgänge gestaltet. „Eine einst triste und dunkle U-Bahn-Haltestelle, die vor allem viele ältere Menschen als Angstraum empfunden haben, ist zu einem Kunstwerk geworden, das von den Bürgern angenommen wird“, hat Pfarrer Franz Meurer beobachtet, der dort in der Nachbarschaft wohnt.Auf eine Anfrage der Bezirksvertretung hin haben inzwischen auch die KVB zugesagt, dass die bunten Graffiti an der Haltestelle „Frankfurter Straße“ nicht entfernt werden sollen. Die Gestaltung sei ein Teil des Gesamtkonzepts, um die Haltestelle attraktiver zu gestalten, und habe sich in vollem Umfang bewährt, teilten die Verkehrsbetriebe den Bezirksvertretern mit. „Es gibt für uns keinen Anlass, die Bilder übermalen zu lassen“, so KVB-Sprecher Joachim Berger.
Schließlich hätten sich die im Vorfeld geäußerten Bedenken, dass durch legale Graffiti an der Haltestelle illegale Nachahmer in der Umgebung finden könnten, nicht bewahrheitet. „Die künstlerisch gestalteten Graffiti haben die Haltestelle erheblich aufgewertet“, sagte CDU-Fraktionschef Jürgen Schuiszill und sein SPD-Kollege Oliver Krems sprach von „einer guten Sache“. Die Kalker Bezirksvertreter wollen nun im Rat den Antrag der Graffiti-Gruppe „Montagsmaler“ unterstützen. Diese wünschen eine „Hall of Fame“ und somit weitere „legale Freiflächen“ zum Besprühen. „Vielleicht ist dies auch in Kooperation mit den Jugendeinrichtungen auf deren Gelände möglich“, sagte SPD-Politiker Marco Pagano. Doch favorisieren die „Mittwochsmaler“ eher Flächen, „die Tag und Nacht frei zugänglich“ sind.
Allerdings zeigt sich auch die Verwaltung nicht abgeneigt, diesen Vorschlag zu berücksichtigen. Sowohl das Projekt selbst als auch die Jugendeinrichtung des Sozialdienstes Katholischer Männer, dem es angegliedert ist, werden von der Stadt bezuschusst. „Damit werden die »Mittwochsmaler« als Bestandteil von Jugendkultur sowie als Präventionsprojekt anerkannt“, heißt es in einer ersten Stellungnahme. „Die Frage ob, in welcher Größenordnung und an welchen Orten legale Flächen für Graffiti ausgewiesen werden, ist jeweils auszuhandeln.“
Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1264185929991.shtml
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Break de Cologne
Halsbrecherische Artistik auf einer Hand
Ihre Bewegungen sind halsbrecherisch, ihr Image schlecht: Häufig werden Breakdancer angefeindet, weil sie mit dem Gehabe von Gangster-Rappern verbunden werden. Im Nippeser Bürgerzentrum zeigten sie, dass es ihnen um etwas anderes geht: Respekt.
Nippes – Da stockt einem der Atem: Die Moves, die beim diesjährigen Breakdance-Event Break de Cologne im Bürgerzentrum Nippes vorgeführt werden, sehen halsbrecherisch aus. Verletzungen gibt es zum Glück aber keine. Mit schlafwandlerischer Sicherheit vollführen die rund 120 aus ganz Europa angereisten Breakdancer ihre artistischen Tanzbewegungen, wirbeln über den Boden und zeigen ihre besten Powermoves wie die „99“. Hier muss sich der Breakdancer – kurz B’Boy – auf einer Hand stehend um sich selbst drehen. Dafür braucht man viel Körpergefühl und noch mehr Übung. Das weiß auch der Kölner Breakdancer Giuseppe (13): „Bei einem neuen Trick, den man noch nicht gut beherrscht, kann man sich schon mal den Arm brechen.“ Eigentlich wollte er zusammen mit seinem Freund Rayan (14) an dem „5vs5“-Wettkampf teilnehmen, bei dem zwei Crews aus jeweils fünf Tänzern gegeneinander antreten. Leider fanden sie nicht genug Mittänzer. Rayan: „Die meisten, mit denen wir hätten tanzen können, sind erst neu dabei und wollten nicht vor großem Publikum auftreten.“ Er selbst hat da keine Berührungsängste, ist aber auch schon seit zwei Jahren aktiver Tänzer. Was der Breakdance für die beiden Jungs bedeutet, fast Giuseppe zusammen: „Damit kommt man von der Straße weg.“
Gerade die Straße ist für B’Boys in Belgien ein Problem: „Es ist nicht immer ungefährlich, auf Belgischen Straßen Breakdance zu tanzen“, erzählt Filco (27), der mit seiner Crew One Peace Boys aus Lüttich beim Wettbewerb antritt. „Man wird nicht selten angefeindet und bedroht.“ Große Räumlichkeiten zum Trainieren gibt es in seiner Stadt nicht, die Jungs müssen also auf der Straße üben. „Die Politiker verwechseln Gangster-Rap und das Gehabe, das damit verbunden ist, mit Breakdancing“, sagt er. Daher stelle die Stadt keine Räume zur Verfügung. Dass das Kinder- und Jugendzentrum OT Werkstattstraße den von jungen Kölner B’Boys und B’Girls mit viel ehrenamtlichem Arbeitsaufwand organisierten Breakdance-Wettbewerb unterstützt, findet der Belgier großartig. Und so wird eines an diesem Tag ganz groß geschrieben: Respekt. Denn auch wenn es beim Wettbewerb Geld- und Sachpreise zu gewinnen gibt, Fairness und Sportlichkeit gehen vor. So wird jeder Tänzer nicht nur von den drei Wettkampfrichtern genauestens begutachtet – den international anerkannten Breakdancern Arte aus Spanien, Paulinho aus Frankreich und Dr. Hefo aus Polen -, sondern auch von den restlichen Teilnehmern kräftig angefeuert. Denn ob bei dem Crew-Wettkampf „5vs5“ oder den Einzelwettkämpfen – dem Powermove Battle und der Ü30 Kategorie Dirty Thirties -, lautstarke Unterstützung kann jeder gebrauchen. Und die zum Tanzen notwendigen Hip-Hop Beats fehlen auch nicht: DJ ICE C aus Köln und DJ Horba aus Danzig machen ein Stillstehen schwer. Und so ist fast jeder der etwa 13- bis 35-jährigen Tänzer in Bewegung. Nur draußen vor der Tür ist es ruhig, aber nicht weniger umtriebig: Die Sprayer der Mittwochs-Maler SKM Köln gestalten neue Bilder für die OT Werkstattstraße. Auch hier wird länderübergreifend zusammen gearbeitet: Ein Sprayer aus Frankreich und ein Sprayer aus Spanien gestalten gemeinsam eines der Kunstwerke. „Der Event hat ja einen europäischen Charakter“, sagt Maurice Kusber von den Mittwochs-Malern. „Die Leute müssen trotzdem nicht groß miteinander reden, sondern können einfach zusammen sprayen und tanzen.“ So kann man kreativ Sprachbarrieren überwinden. Und die jungen Kölner Breakdancer, die kein Geld haben, zu Veranstaltungen im Ausland zu reisen, bekommen dank der Break de Cologne auch noch hochkarätige Tänzer aus Holland, Belgien, Spanien und Dänemark zu sehen.
„Es ist nicht wichtig, ob man gewinnt oder verliert, wichtig ist der Austausch“, so der Düsseldorfer Engin, der durch die Veranstaltung führt. Der Applaus aller Teilnehmer zeigt: Das sieht hier jeder so. Die belgische Crew One Peace Boys wird Sieger beim „5vs5“-Battle und gewinnt die 400 Euro Preisgeld. Bruno sichert sich den ersten Platz beim Dirty Thirties Battle und Wal-D belegt die Top-Position beim Powermove Battle. Beide erhalten 50 Euro. Die Preise werden von Sponsoren gestiftet.
Link:http://www.ksta.de/html/artikel/1273441033731.shtml
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Gesprühte Jugenderinnerungen
Die „Mittwochs-Maler“ haben mit einem Kunstwerk ein Seniorenheim am Karl-Berbuer-Platz verschönert. Um das passende Motiv zu finden, haben sich die Sprayer des Graffiti- und Jugendkunstprojekts von den Senioren ihre Jugenderinnerungen erzählen lassen.
Innenstadt – Wie kann man illegales Graffitisprühen verhindern? Genau, mit legalen Graffiti! An einem Seniorenwohnheim am Karl-Berbuer-Platz ist ein Graffito-Kunstwerk zu sehen, das nicht nur das Gebäude um einiges ansehnlicher macht, sondern auch den Platz darum herum verschönert – eine sonnige Landschaft, grüne Wiesen, Berge und ein Fluss mit Angler, ein Hippiemädchen sitzt zwischen ihren Hunden und ein Rock ‘n’ Roller spielt auf seiner Gitarre. Darüber der Spruch „Respect to the Old School“ (Respekt für die Alte Schule), mit der sowohl die Urväter der Hip-Hop-Kultur als auch die Bewohner des Seniorenwohnheims gemeint sind.
„Das Graffiti passt zu unserem Seniorentreffpunkt im Erdgeschoss“, freut sich Besucherin Anne Remagen (82). Um das passende Motiv zu finden, haben sich die Sprayer des Graffiti- und Jugendkunstprojekts „Mittwochs-Maler“ des SKM (Sozialdienst Katholischer Männer) von den Gästen des Treffs ihre Jugenderinnerungen erzählen lassen: „Das Bild reflektiert, was die Senioren als Jugendliche erlebt haben“, erklärt Sprayerin Alexandra Renken (33), „Freiheitsdrang, Rebellion und Musik.“
Die Idee, dem Gebäude einen kunstvoll gesprühten Anstrich zu verpassen, hatte Karl-Heinz Kassens von der GAG Immobilien AG, der Eigentümerin des Wohnheims. Dabei ging es ihm nicht nur um die Aufwertung des „tristen Platzes“ und das Verhindern neuer illegaler Sprühereien am Haus, sondern auch darum, den jungen Sprayern mit dieser Aktion eine Plattform zu bieten. Wenn es gut ankomme, so Kassens, könne man eine solche Aktion an weiteren dafür geeigneten Häusern wiederholen. Und dass es in diesem Fall bei allen Beteiligten gut ankommt, merkt man schon jetzt: Besucher des Seniorentreffpunkts freuen sich über ihre zu Kunst gewordenen Jugenderinnerungen und die Sprayer konnten sich kreativ und vor allem legal verewigen.
Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1273823347103.shtml
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Meckenheimer Maskottchen und Markenzeichen
Meckenheim. (rom) Vom grauen Zweckbau zum bunten Blickfang: Auf den Wänden der Trafo-Station an der Meckenheimer Bahnhofstraße tummeln sich neuerdings Maskottchen und Markenzeichen der Stadt, aufgesprüht von sechs Jugendlichen unter Anleitung von Sozialpädagoge Maurice Kusber von der Aktion “Kölner Mittwochsmaler”.
Dennis Diedrich, als Streetworker im Auftrag der Stadt unterwegs, und Wirtschaftsförderer Michael Bison hatten die Aktion organisiert. In rund sieben Stunden entstanden der Igel Mecki, Radfahrer, apfelschmausende Katzen und ein Blütenmeer.
Die RWE Rhein Ruhr Netzwerkservice hatte die Trafo-Station im Rahmen der Instandhaltung ohnehin neu streichen wollen und spendete die Farben. “Eine gute Idee”, befand der Erste Beigeordnete der Stadt, Johannes Winckler. Und ein fröhlicher Gruß an Meckenheim-Besucher, die zudem an der Bahnhofstraße von einer Stiefmütterchen-Rabatte in Form des Stadtwappens willkommen geheißen werden.
Link: http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=721253&
Kids im Bauwagen
Ein mobiler Jugendtreff wurde in der Straße “Im Mönchsfeld” eröffnet
![]() Vor ihrem quietschbunten Bauwagen freuen sich die Kids mit (v.l.) Markus Meller (SKM), Margret Hees (SKM), Birgit Rößle (Hit-Stiftung), Kaplan Gayko und dem Bürgervereinsvorsitzenden Gottfried Mock. Foto:kv
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Roggendorf/Thenhoven (kv). Bisher hingen die Kinder und Jugendlichen der GAG-Siedlung vorzugsweise am Worringer Bahnhof ab.Jetzt aber haben die Kids, die in den sozial geförderten Häusern der Gesellschaft leben, einen mobilen Jugendtreff direkt vor ihrer Haustür. Quietschbunt sieht er aus, der Bauwagen in der Straße “Im Mönchsfeld”. Die Jugendlichen besprühten ihn unter Anleitung der “MittwochsMaler”, dem Jugendkunstprojekt des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) Köln, mit der Graffiti-Aufschrift “Cologne”. Im Inneren des umgestalteten Bauwagens wartet auf die Besucher eine kleine Küche und eine gemütliche Holzeckbank zum Ausspannen. Dort wird es ab sofort auch ein Betreuungs- und Beratungsangebot geben. “Ich werde die Beratung zu allen Lebensfragen übernehmen”, kündigt Markus Meller vom SKM an.
Er ist der Leiter des SKM-Zentrums Thenhoven, der im Fortuinweg auch einen Jugendclub unterhält. Insofern ist Meller für die Jugendlichen kein Unbekannter. “Wir haben zunächst mittwochs und freitags von 17 bis 20 Uhr geöffnet, mittwochs auch von 10 bis 12 Uhr”, sagt der Sozialpädagogische Einrichtungsleiter. “Wir bieten Nachhilfe an, aber auch Unterhaltung wie Gesellschaftsspiele.” Zwei weitere Halbtagskräfte kümmern sich um die Gäste. Der SKM Köln und Seelsorger Joachim Gayko hatten die Notwendigkeit für einen Jugendtreff vor Ort gesehen. Genauso wie GAGFAH-Mieterin Mathilde Mettbach. “Für den Geschmack der Mädchen war der Jugendclub in Thenhoven ein bisschen sehr von Jungs dominiert”, erzählt die Mutter von Angela (14). “Jetzt gibt es direkt etwas vorm Haus – toll!” Ursprünglich sollte der Bauwagen am Worringer Bahnhof aufgestellt werden. Doch auf öffentlichem Gelände ist dazu eine Baugenehmigung notwendig. So muss er bis zu dieser Genehmigung auf dem Gelände der GAGFAH verbleiben. Die Hit-Stiftung unterstützt das Projekt mit rund 65. 000 Euro für zwei Jahre. Danach will die Stadt das Projekt weiterfinanzieren. Price Waterhouse Cooper spendete 2000 Euro für die Inneneinrichtung. Link: http://www.koelner-wochenspiegel.de/rag-kws/docs/277748/lokales |










Mittwochs-Maler » Blog Archive » Neuer Artikel zum Thema “Graffiti” in der Stadtrevue am März, 05 2009 um 16:45
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