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Pressestimmen

Hier findet Ihr Pressestimmen zu den Mittwochs Malern und der aktuellen Situation um das Thema “Graffiti” in Köln. Aktuelle Artikel befinden sich immer am Ende der Seite.

Bilder für die bunte Stadt

Von Helmut Frangenberg, 06.10.08,

Die Kölner Anti-Sprayer-Aktion Kasa bekämpft seit zehn Jahren illegale Graffiti. Ihr Weg ist umstritten. Jugendliche fordern die Legalisierung von Flächen.

In der offenen Jugendeinrichtung “Luckys House” in Bilderstöckchen darf legal gesprayt werden.

Köln – Der Weg führt durch dichtes Gestrüpp, weiter über eine teilweise zusammengebrochene Mauer, bevor man an einem unwirklichen Ort angekommen ist, den man hier mitten in der Stadt nicht erwartet. Irgendwann wurde hier mal irgendwas produziert. Die Fabrikhalle ist verfallen, das ehemalige Bürogebäude hat keine Fenster mehr, drinnen fliegen Akten und Papier herum. In einer Grube, die man mal für Reparaturen von Lastwagen genutzt haben wird, liegen ein altes Sofa – und Hunderte leere Spraydosen.

„Mal kommen noch ein paar Metallsammler vorbei“, sagt ein 18-Jähriger, der sich mit einem Freund in eines der alten Gebäude zurückgezogen hat. „Schön besinnlich“ sei es hier. Dann sprüht er mit ruhiger Hand zwei Augen in ein Gesicht. „Hierhin kommen diejenigen, die noch ein bisschen üben und ihre Technik verbessern wollen“, sagt der 15-jährige Luca über diesen riesigen, knallbunten Abenteuerspielplatz. Alles – wirklich alles – ist hier mit Graffiti überzogen. Drinnen und draußen, Möbel und Mauern, Wege und Decken.

Hier wird nicht geschmiert, sondern stundenlang mit Akribie gesprayt. An manchen Wochenenden kommen bis zu hundert Jugendliche.

Luca muss hier nicht üben. Er gehört zur Gruppe der „Mittwochsmaler“, der wahrscheinlich größten organisierten Gruppe von Graffiti-Sprayern in Köln. Geübt wird in der offenen Jugendeinrichtung „Luckys House“ in Bilderstöckchen. In das alte Gewerbegebiet ist er gekommen, um sich an einem neuen Gemeinschaftswerk auf der „Hall of Fame“ zu beteiligen. Die „Hall“ ist eine über 200 Meter lange Wand unweit der alten Fabrik. Hier sei das Sprühen legal, sagen die Jungs. Mit hellblauer Farbe wird ein Stück Wand voller Grafitti überstrichen und so für neue Bilder vorbereitet. Aus einem Auto scheppert Hip-Hop-Musik. Hier wird nicht wild herumgesprüht, sondern stundenlang mit Akribie gemalt. „Wenn man illegal sprüht, hat man keine Zeit für so was“, sagt Luca. Ihm sei wichtig, ein gutes Bild zu machen, anstatt sich irgendwo auf die Schnelle zu verewigen. Fast alle haben einen Fotoapparat dabei, um später das Ergebnis ihrer Arbeit festzuhalten. An manchen Wochenenden stehen hier weit über hundert Jugendliche entlang der „Hall“, Gruppen veranstalten Wettbewerbe und Parties, jemand bringt einen Generator für eine Musikanlage und Kühlschränke mit – ein lebendiges Stück selbst organisierte Jugendkultur, von dem die meisten in der Stadt nichts wissen.

„Graffiti ist cool“, sagt Thomas aus Porz, der vor kurzem einen Wettbewerb gewonnen hat. „Das belebt das Stadtbild“, meint der 18-jährige Timon und beschwert sich über die Polizei, die einen schon anhalte, wenn man einen Fleck Farbe auf der Hose habe. „Wir wollen uns nicht kriminalisieren lassen.“ Auf der Wand entstehen großformatige, bunte Bilder: Comic-Figuren, Schriftzüge, Fantasy-Gestalten. „Diese Jugendlichen hätten Wertschätzung verdient“, sagt die Künstlerin Alexandra Renken, die zusammen mit dem Jugendsozialarbeiter Maurice Kusber die „Mittwochsmaler“ betreut.

Doch auch hier, fernab von privaten Hausfassaden und Lärmschutzwänden der Bahn hat die Wertschätzung Grenzen: Ein wütender junger Mann unterbricht die Graffiti-Maler. Er gehört zu den Bewohnern eines abgewrackten Bauwagenplatzes, die sonst wenig mit den normalen Eigentumsbegriffen der restlichen Stadtgesellschaft zu tun haben wollen. Doch jetzt ist es auch für ihn an der Zeit, die typische Graffiti-Debatte um Privateigentum und Sachbeschädigung zu führen. Ein alter Mercedes wurde besprüht, mit einer Kloschüssel eine Heckscheibe eingeworfen. „Dem nächsten, den ich erwische, ziehe ich nicht nur die Ohren lang, sondern reiße eins ab. Langsam wird’s zu viel.“ Die Diskussion wirkt in den Fabrikruinen bizarr, geht es doch auch hier um Graffiti als „Eigentumsverletzung, die es nicht länger zu tolerieren gilt“, wie es in der Selbstdarstellung der „Kölner Anti Spray Aktion“, kurz Kasa, heißt.

Dieser Zusammenschluss von Stadt, Polizei, KVB, Bahn, Hausbesitzern und einigen Unternehmen hat sich vor zehn Jahren gegründet, um illegalen Graffiti den Kampf anzusagen, Hausbesitzern beim Schutz zu helfen und den Sprühern das Leben schwer zu machen. Die Kasa ist der Lieblingsfeind der Jugendlichen. „Verbote bringen doch nichts“, ist sich Gymnasiast Luca sicher. Dass er nur noch legal sprühe, habe nichts mit einem Verhör bei der Polizei zu tun, die ihn mal erwischt habe. „Das hat wenig Eindruck gemacht.“ Für ihn sei vielmehr entscheidend, dass er nun von Flächen wisse, wo er in aller Ruhe und legal seine Bilder machen könne. Unrechtsbewusstsein spielt da keine große Rolle: „Ich finde es nicht gut, wenn ein schönes Haus besprüht wird. Bei hässlichen Gebäuden oder bei Brücken ist das aber was anderes. Bunte Bilder verschönern doch die Stadt.“ Solche Aussagen hören die zuständigen Beamten der Kölner Polizei auch, wenn sie illegale Sprayer erwischen. „Warum darf ich nicht die Stadt mitgestalten?“, würden ihn Täter fragen, berichtet der zuständige Koordinator bei der Polizei, Arnd Rüenaufer. Man habe es mit Leuten mit „missionarischem Eifer“ zu tun.

Luca, Timon oder Thomas meint der Mitbegründer der Kasa damit nicht. Für die meisten illegalen Graffiti sei „ein harter Kern von Intensivtätern“ verantwortlich, die alle – zum Teil deutlich – älter als 18 Jahre seien. Das Problem: Die Szenen sind nicht klar voneinander getrennt. Einige machen beides; andere lehnen das legale Sprayen regelrecht ab. Ihre Bilder werden im Internet bestaunt. „Je größer das Risiko, erwischt zu werden, desto größer ist die Bewunderung“, glaubt Rüenaufer. Illegale Graffiti werde es wohl immer geben, welches Ausmaß die Sachbeschädigungen annehmen, ließe sich aber durchaus beeinflussen, glauben dagegen Kusber und Renken, die sich vom illegalen Sprühen klar distanzieren. „Der Bedarf nach legalen Flächen ist riesig“, sagt die 32-jährige Künstlerin. „Es gibt Hunderte in Köln, die malen wollen und nicht wissen, wo.“ Anstatt darauf zu reagieren, würde diese Kunst- und Ausdrucksform von Jugendlichen in die Illegalität gedrängt und pauschal als Schmiererei verunglimpft.

Das sehen nicht alle so – selbst in der Kasa herrscht zurzeit Uneinigkeit über die Frage nach legalen Angeboten für die Sprayer. Die Kölner Verkehrs-Betriebe haben sich vom Haus- und Grundbesitzerverein hart attackieren lassen müssen, nachdem sie die Wände der Haltestelle Frankfurter Straße besprühen ließen. Das sei eine „Torpedierung“ der Arbeit der Kasa. Die Bereitstellung von legalen Flächen oder die Vergabe von Aufträgen für öffentliche Gebäude sei falsch, so die Hausbesitzer. Neue großformatige Bilder würden andere Sprayer anlocken, die sich in der Umgebung verewigen wollten. Die Polizei verweist auf Erkenntnisse aus anderen Städten, die das bestätigen könnten.

Die KVB sah die Sache anders: Ihr sei es darum gegangen, die völlig verwahrloste und mit illegalen Graffiti beschmierte Haltestelle attraktiv zu gestalten. Man wolle „mit einer pragmatischen Haltung etwas verbessern“. Die KVB ist nach der letzten Sitzung der Kasa mit Aussagen über mögliche weitere Projekte vorsichtig geworden. „Wir schauen, wie das bei den Fahrgästen ankommt und ob das Bild so bleibt, wie es ist“, sagt Sprecher Joachim Berger. Es werde „vorerst keine weiteren Flächen“ geben.

„Jugendliche haben mächtige Gegner“, meint Ralf Krep, der für den Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) die Jugendeinrichtung in Bilderstöckchen leitet. Der SKM half bei der Umsetzung des Höhenberger Projekts, bei dem Jugendliche aus dem Stadtteil mit einigen „Mittwochsmalern“ aus Bilderstöckchen zusammenarbeiteten. Die Kasa würde mehr erreichen, wenn sie das Geld, das sie zur Bekämpfung der Graffiti ausgebe, in die Jugendarbeit stecke, sagt Krep. Er hält den Umgang mit dem Thema für unehrlich: Wenn es um Werbung, Kommerz oder Bühnenbilder gehe, müsse Graffiti als coole Kulisse herhalten. Wenn Graffiti da stattfinde, wo sie herkomme, würde sie bekämpft.

Er fordert mehr legale Flächen, weil man so ein „Signal an die Jugendlichen aussenden würde, dass man sie mit Interesse wahrnimmt“. Deshalb sei der Streit um das Höhenberger Gemälde so schädlich: Jugendliche, die zehn Wochen an dem Projekt gearbeitet haben und an Wochenenden bis zu 15 Stunden auf Gerüsten gestanden hätten, müssten sich hinterher anhören, dass ihr Werk nicht erwünscht sei. Die Jugendlichen selbst würden sich gerne mal mit den „alten Herren der Kasa“ an einen Tisch setzen. „Aber leider fehlt bei denen einer, der sich mit Kunst auskennt“, sagt Luca und malt weiter an dem überdimensional großen Kopf fürs Gemeinschaftswerk an der „Hall of Fame“.

Quelle: KSTA Online

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„Keine Ausnahme”

Erstellt 06.10.08, 14:49h

Die Stadt setzt auf eine klare Linie gegen Sprayer und fordert: Keine Ausnahmen.

Guido Kahlen, Stadtdirektor, ist für Sauberkeit und Ordnung in der Stadt zuständig.
Köln – Zum zehnten Geburtstag der Kasa will die Stadt die Mittel gegen illegale Graffiti weiter aufstocken. Was ist geplant?

Guido Kahlen: Wir müssen noch intensiver und vor allem schneller gegen illegale Graffiti vorgehen können. Wir werden die Finanzmittel für die Reinigung von Wänden öffentlicher Gebäude um 100 000 Euro auf insgesamt 580 000 Euro pro Jahr erhöhen. Ein zweites Reinigungsteam ist bereits im Einsatz, ein drittes mit neuen Reinigungsmaschinen wird aufgebaut. Dafür stehen einmalig weitere 350 000 Euro zur Verfügung. Für uns bleibt die Devise richtig: Wer die beschmierten Fassaden schnell reinigt, verhindert weitere Graffiti.

In manchen Wohngebieten vor allem in der Innenstadt scheint das nicht zu funktionieren …

Kahlen: Wir können uns nur um die öffentlichen Gebäude kümmern. Was wir brauchen, sind motivierte Hauseigentümer, die ebenfalls schnell reagieren. Wir wollen es den Eigentümern so leicht wie möglich machen, Strafanzeige zu stellen aber auch schnell an Reinigungsfirmen zu kommen. Wir müssen einen Multiplikatoreneffekt auslösen. Jede Hausbesitzerin, jeder Hausbesitzer, der mitmacht, wird Nachbarn motivieren, sich ebenfalls anzuschließen. Wir als Stadt wollen mit unseren verstärkten Anstrengungen an öffentlichen Gebäuden zeigen: Das Problem ist beherrschbar, obwohl es schwierig ist.

Weil die Zahl der Graffiti so hoch ist?

Kahlen: Es ist nicht nur die Anzahl. Ein Problem ist auch, dass Fassaden und Wände besprüht werden, die nur sehr schwer wieder zu reinigen sind. So machen manche Sprayer auch vor Denkmälern nicht halt. So ist jetzt auf dem Heinrich-Böll-Platz das Denkmal „Ma’alot“ besprüht worden, das an den Holocaust erinnert. Da muss jetzt ein Restaurator eingesetzt werden, weil wir mit unseren Reinigungsmaschinen da nicht randürfen.

Hilft die Bereitstellung von legalen Flächen für Graffiti-Maler, das illegale Sprayen einzudämmen?

Kahlen: Davon gehen wir nicht aus. Fachleute sind der Meinung: Legale Flächen verführen dazu, dass in der Nachbarschaft illegal gesprüht wird. Das ist nicht der richtige Weg.

Teilen Sie die Kritik des Haus- und Grundbesitzervereins an der KVB, die eine Haltestelle ganz offiziell bemalen ließ?

Kahlen: Grundsätzlich finde ich es nicht schlimm, wenn Jugendliche als Auftragsarbeit eine Wand gestalten können. Im Augenblick ist die Situation in Köln aber so, dass auch so eine Aktion als falsch verstandenes Vorbild gesehen werden muss. Wir haben in der Stadt einen ganz klaren und breiten Konsens: Die Bürger wollen mehr Sauberkeit. Die Menschen sind nicht mehr bereit, sich mit Missständen in unserer Stadt einfach abzufinden. Und da gehören Graffiti dazu. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam eine klare Linie verfolgen, wenn wir das Erscheinungsbild der Stadt verbessern wollen.

Damit werden auch die Jugendlichen, die legal sprayen wollen, zu Leidtragenden …

Kahlen: Ich finde es wichtig, hier zu differenzieren. Man darf nicht alle in einen Topf werfen und zum Beispiel die Jugendlichen, die die Haltestelle in Höhenberg gestaltet haben, mit nichtlegalen Sprayern gleichsetzen. Trotzdem halten wir es für falsch, Wände im öffentlichen Raum für Graffiti freizugeben.

Ohne Ausnahme?

Kahlen: Solange wir in Köln so große Probleme mit illegalen Graffiti haben, kann ich nachvollziehen, dass man bei dieser Linie bleibt. Unsere Priorität ist jetzt, die Hausbesitzer für das Thema Sauberkeit zu gewinnen. Da kann ich nicht in der Nachbarschaft Flächen freigeben und riskieren, dass neue Sprayer direkt angelockt werden.

Was sagen Sie den Jugendlichen, die Graffiti malen wollen und sich von ihrer Stadt ausgegrenzt fühlen?

Kahlen: Es gibt Flächen und Wände auf dem Gelände von Jugendeinrichtungen, die man für so was nutzen kann. Es muss aber eine klare Abgrenzung zum öffentlichen Raum geben.

Das Gespräch führte Helmut Frangenberg.

Quelle: KSTA Online
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Graffiti-Sprayer demotivieren , Neues Reinigungsteam

Von Nicole Stötzel, 30.10.08, 23:18h

Die Stadt Köln setzt ab 2009 ein drittes Reinigungsteam zum Entfernen von Graffiti ein. Seit der Gründung der “Kölner Anti Spray Aktion” 1998 wurden über 180.000 Quadratmeter Sprühereien entfernt. Dies will sich die Stadt nächstes Jahr 580.000 Euro kosten lassen.

Die Zahlen sind beeindruckend. Allein an städtischen Gebäuden wurden seit 1998 mehr als 180.000 Quadratmeter Farbsprühereien entfernt, das entspricht einer Größe von 25 Fußballfelder. Über 35.000 Quadratmeter wurden mit einer Schutzbeschichtung versehen. Die Kölner Anti Spray Aktion (Kasa) wird zehn Jahre alt und hat in dieser Zeit eine Menge bewirkt.

„Das stetige Reinigen nimmt den Sprayern die Motivation, da ihnen so die Möglichkeit zur öffentlichen Präsentation genommen wird“, sagte gestern Fritz Schramma. Der Oberbürgermeister hatte alle 34 an der Aktion beteiligten Unternehmen ins Rathaus eingeladen. Er kündigte an, 2009 ein drittes Reinigungsteam einzusetzen. „Außerdem werden wir die Finanzmittel um 100.000 Euro auf insgesamt 580.000 Euro erhöhen“, so Schramma.

Graffiti zu entfernen, ist häufig teuer. Das musste ein privater Hauseigentümer jüngst feststellen. „Einen Quadratmeter Wärmeschutzfassade zu reinigen, hat 40.000 Euro gekostet“, erklärte Thomas Tewes, Geschäftsführer des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins. 1,2 Millionen Euro müssen die KVB jährlich in die Hand nehmen, um alle Graffiti wegzubekommen und zerkratzte Scheiben auszutauschen.

Prominente Stellen bevorzugt

Die Sprayer suchen sich bevorzugt Stellen aus, wo sie wahrgenommen werden. „Jedes dritte Graffiti gibt es in der Innenstadt, dann folgen Zollstock, Rodenkirchen, Kalk und Mülheim“, sagte Kripochef Norbert Wagner. Im ersten Halbjahr 2008 wurden 1.100 Straftaten angezeigt. Die Aufklärungsquote liege bei 20 Prozent, so Wagner.

Die Kasa wurde 1998 im Vorfeld des Doppelgipfels ins Leben gerufen. Die vielen Staatsmänner sollten einen positiven Eindruck von Köln gewinnen.

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50 Millionen Euro Schaden

Von Clemens Schminke, 28.10.08, 18:10h, aktualisiert 28.10.08, 18:30h

Eine neue Ermittlungsgruppe mit Namen „Black Book“ soll systematisch gegen Vandalismus und Graffiti vorgehen. Ob in Bahnhöfen oder Zügen: 46 000 Mal hat die Deutsche Bahn im vorigen Jahr mutwillige Sachbeschädigungen registriert.

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Jens Flören von der Bundespolizei vor einem bemalten Nahverkehrswagen. (Bild: Hennes)

Köln Als „Black Book“ wird in der Sprayerszene ein Buch bezeichnet, das die Graffiti des Besitzers dokumentiert. Es enthält Fotos, Skizzen und Zeichnungen befreundeter Sprayer, manchmal zudem Zeitungsartikel. „Black Book“ heißt auch die Ermittlungsgruppe, die die Bundespolizeidirektion Köln unter Leitung von Roland Goerke ins Leben gerufen hat mit dem Ziel, systematisch gegen Vandalismus und Graffiti vorzugehen.Mit einem ersten großen Erfolg, wie Goerke am Dienstag sagte. Die Ermittler hätten kürzlich fünf Männer im Alter von 22 bis 29 Jahren bei der Ausübung von zwei Taten ertappt. Bei der folgenden Wohnungsdurchsuchung sei ihnen ein „Black Book“ in die Hände gefallen, das bei der Aufklärung weiterer Taten eine wichtige Rolle spiele. Auf den Besitzer des Buchs würden Schadenersatzforderungen „in fünfstelliger Höhe“ zukommen.

Der Kölner Fall steht exemplarisch für ein Problem, das Bundespolizei und Deutsche Bahn veranlasst hat, bundesweit die Kampagne „Vandalismus ausbremsen“ zu planen. Für Nordrhein-Westfalen haben am Dienstag der Vizepräsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, Joachim Moritz, und der Leiter der Konzernsicherheit der Deutschen Bahn AG, Jens Puls, den Startschuss gegeben. Ob in Bahnhöfen oder Zügen: 46 000 Mal hat die Deutsche Bahn im vorigen Jahr mutwillige Sachbeschädigungen registriert, mit einem Gesamtschaden von mehr als 50 Millionen Euro. „Wir reden nicht über Peanuts“, sagte Moritz, der auch die Zahlen für NRW präsentierte. Danach haben 7500 Vandalismus-Straftaten und 1500 Graffiti-Farbaufträge im Jahr 2007 einen Schaden von 8,5 Millionen Euro verursacht. In Köln summieren sich die Delikte auf 1500 bei einem Schaden von 1,7 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2008 sind in NRW 4300 Vandalismus-Taten (Köln: 750) und 1500 „Graffitidelikte“ (Köln: 400) gezählt worden.

Angesichts der steigenden Tendenz halten die Initiatoren die Kampagne für unverzichtbar. Sie richtet sich an Bahnkunden und Reisende, die bei der Beobachtung von Straftaten sofort der Bundespolizei oder Bahnmitarbeitern Bescheid sagen sollen, etwa unter der Hotline 01 80 / 5 23 45 66 (ab 14 Cent pro Minute). Die Bundespolizei begleitet die Aktion damit, dass sie die Überwachung der Bahnanlagen verstärkt. Zudem findet am 28. und 29. Oktober im Kölner Hauptbahnhof ein „Aktionstag“ mit ausgewählten Schulklassen statt. „Grundsätzlich leitet die Bahn bei jedem Graffiti- und Vandalismusdelikt ein strafrechtliches Verfahren ein“, unterstrich Puls. Und bis zu 30 Jahren nach der strafrechtlichen Verurteilung könne die Bahn Schadenersatz fordern und Pfändungen einleiten.


http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1218660760717

Copyright 2008 Kölner Stadt-Anzeiger. Alle Rechte vorbehalten.

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Offizielle Pressemitteilung der Stadt Köln zum 10jährigen Geburstag der K.A.S.A.

10 Jahre Kölner Anti Spray Aktion


OB Fritz Schramma lud KASA-Partner zum Festakt ins Rathaus ein
 
 
Mit einem Festakt hat die Kölner Anti Spray Aktion – KASA – ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert. Zu diesem Anlass hatte Oberbürgermeister Fritz Schramma am Donnerstag, 30. Oktober 2008, zu einem Empfang in den Hansasaal des Historischen Rathauses eingeladen. In seinem Grußwort lobte Oberbürgermeister Fritz Schramma den gemeinsamen Einsatz der Kölner Anti Spray Aktion und sprach von einer Erfolgsgeschichte für Köln. Das Anliegen von KASA, mit Graffiti besprühte Flächen schnell zu reinigen und die Täter dingfest zu machen, sei ein wesentlicher Bestandteil der Sauberkeitsinitiative der Stadt Köln: „Eine saubere und gepflegte Umgebung ist zu allererst natürlich wichtig für die Einwohner. Sie fördert deren Identifikation mit der Heimatstadt. Die Sauberkeit hat aber darüber hinaus auch enorme Bedeutung für das Bild, das die unzähligen Touristen und Geschäftsleute von Köln bekommen und als Botschaft in ihre Heimat mitnehmen. Ja, sie ist sogar ein nicht unerheblicher Standortfaktor für die Wirtschaft. In diesem Sinne lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir uns alle in Köln noch wohler fühlen können!“

Der Oberbürgermeister kündigte an, den Einsatz gegen Farbschmierereien zu verstärken: „Wir werden im kommenden Jahr die Finanzmittel für die Reinigung von Wänden öffentlicher Gebäude um 100.000 Euro auf insgesamt 580.000 Euro erhöhen. Auch die Zahl der Reinigungsteams werden wir verstärken.“
In einer anschließenden kleinen Talkrunde verdeutlichten Oberbürgermeister Fritz Schramma, Stadtdirektor Guido Kahlen, der Leitende Kriminaldirektor Norbert Wagner, KVB-Vorstand Walter Reinarz, der Leiter der Bundespolizeiinspektion, Roland Goerke, sowie der Geschäftsführer des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins, Thomas Tewes, das unermüdliche Engagement der KASA.

Stadtdirektor Guido Kahlen versprach, dass die Bemühungen der KASA nicht nachlassen würden: „Die KASA wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass illegale Graffiti nicht hingenommen werden. Das zehnjährige Bestehen ist nicht nur ein Grund zum feiern, sondern sollte auch zum Anlass genommen werden, noch bessere Ergebnisse zu erzielen.“ Die Kölner Anti Spray Aktion ist ein Zusammenschluss von Stadt Köln, Kölner Verkehrs-Betriebe AG, Kölner Haus- und Grundbesitzerverein, Deutsche Bahn AG, Polizei, WDR und vielen weiteren Unternehmen und Institutionen. Insgesamt sind 35 Partner beteiligt.

Ein Jahr vor dem Doppelgipfel 1999 gegründet, arbeitet die KASA als Ordnungspartnerschaft, um illegale Farbschmierereien im Stadtbild zu reduzieren. Jeder Partner folgt der Philosophie, die eigenen Objekte möglichst zügig und nachhaltig zu reinigen. Die Aktivitäten sollen andere Hauseigentümer zur Nachahmung anregen. Dieser Multiplikatoreffekt soll Köln attraktiver, sauberer und gastfreundlicher machen

Alleine an städtischen Gebäuden haben die städtischen Reinigungsteams seit Gründung der KASA rund 180.000 Quadratmeter gereinigt, was der Größe von rund 25 Fußballfeldern entspricht. Aktuell gibt die Stadt Köln rund eine halbe Million Euro allein an Sachkosten aus, um die Reinigung der eigenen Objekte sicherzustellen.

Die Deutsche Bahn hat im Jahr 2007 bezogen auf den Raum Köln Farbschmierereien an 53 Fernzügen, 179 Nahverkehrszügen und 118 S-Bahnen entfernt. Die Kosten beliefen sich auf rund 940.000 Euro.
Die Kölner Verkehrs-Betriebe haben in den letzten fünf Jahren Farbschmierereien an ca. 300 Straßenbahnen beseitigt. Die Kosten betragen rund 400.000 Euro pro Jahr.
Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jörg Wehner
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Kölner Stadtrevue 02/09
 
Mehr Geld verschrubben
Seit zehn Jahren kämpft die Stadt gegen die Graffitiszene –
mit unveränderten MethodenDie schönsten Geschenke sind doch immer noch die selbstgemachten: Im letzten Jahr feierte die Kölner Anti Spray Aktion (Kasa) den zehnten Geburtstag ihres Kampfes gegen die
hiesige Sprayerszene und 2009 legt das städtische Bündnis aus Polizei, Kölner Verkehrs-Betrieben, Deutscher Bahn und verschiedenen Immobilienbesitzern noch einen drauf:
Zu den 480.000 Euro, die bisher pro Jahr für die Reinigung von städtischen Gebäuden und Flächen aufgewendet wurden, kommen zusätzlich 100.000 Euro hinzu.

Die Taktik der Kasa soll sich indes kaum verändern: Man setzt weiterhin auf Entfernen der Schmierereien. Seit 1998 sind 180.000 Quadratkilometer Farbsprühereien getilgt worden. Dies entspricht in etwa 25 Fußballfeldern. Mit dem zusätzlichen Geld soll ein drittes Reinigungsteam finanziert werden. Laut Stadtdirektor Guido Kahlen (SPD) sollen die Sprayer durch das unmittelbare Entfernen ihrer Graffiti demotiviert und mögliche Nachahmer abgehalten werden.

Eine Taktik, die nicht aufgeht, meint Wolfgang Sturm von CasaNova, einer offenen Plattform für Sprayer, die sich für eine positivere Darstellung von Graffiti einsetzt. Seiner Erfahrung nach seien die meisten gereinigten Flächen nach kurzer Zeit wieder bemalt, so der 29-Jährige.
Wie ein konstruktiverer Umgang mit Graffiti aussehen könnte, zeigt ein Projekt an der Frankfurter Straße. Die KVB ließ die sanierungsbedürftige Straßenbahnhaltestelle in Gremberghoven im Juli 2008 von Sprayern gestalten.
Ein Projekt mit Zukunftscharakter? Nein, sagt Kahlen und verweist auf Studien, die eine Zunahme illegaler Graffiti in der unmittelbaren Nachbarschaft solcher Legalflächen belegen.

Maurice Kusber sieht das anders. Der Sozialpädagoge ist Initiator der Aktion »Mittwochsmaler«, die jungen Sprayern legale Aufträge verschafft. In Städten wie Bochum und Münster sei die Anzahl illegaler Graffiti nach der Einrichtung öffentlicher Flächen nachweislich zurückgegangen, so Kusber. Auch der Stadt Köln wurden Vorschläge unterbreitet.
Ein Dialog ist bislang aber nicht zustande gekommen.

Für 2009 strebt die Kasa eine Ausweitung der präventiven Arbeit und eine Intensivierung der Kontakte zu Schulen und Jugendeinrichtungen an. Ob das auch eine Zusammenarbeit mit Projekten wie den Mittwochsmalern oder gar ein Nachdenken über legale Flächen beinhaltet, konnte jedoch auch auf Nachfrage nicht bestätigt werden.

Jonathan Schulze


www.mittwochs-maler.de
www.casanova-koeln.net

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Voila, die Mittwochs Maler waren zahlreich in Leverkusen auf der Brennpunkt Jam. Fazit: 1. Platz beim Battle und 1.Platz beim “On the Run “_Scetch Battle.

Brennpunkt Jam

Die einzige Frau gewinnt

13 Maler und eine Malerin zeigen ihre Graffiti-Künste beim Brennpunkt-Jam. Die Kunstwerke am Zaun der ECE-Baustelle wurden von Jung und Alt bewundert.

Der Frühling hat Alexandra Renken Glück gebracht. Die 32-Jährige gewann den Graffiti-Battle der Brennpunkt-Jam und hat sich somit gegen ihre männlichen Konkurrenten durchgesetzt. (Bild: Britta Berg)

Alexandra Renken

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Wiesdorf – „Der Blick auf Graffiti hat sich in Leverkusen zum Positiven gewendet.“ So lautet das Fazit von Mitorganisator Rüdiger Porsch zur 15. Ausgabe der Brennpunkt-Jam. 14 Malerinnen und Maler hatten sich in der Wiesdorfer Fußgängerzone eingefunden, um sich zu messen. Alle bewiesen: Graffiti ist keine Schmiererei, sondern eine Kunstform, für die es Talent braucht. Und viel Übung.

Am Samstag traten die 14 Teilnehmer in einem „Battle“ gegeneinander an. Zusätzlich konnten Graffiti-Begeisterte an einem Wettbewerb in der „On the Run Sketch Corner“ teilnehmen. Hier ging es darum, das Wort „Superfresh“ möglichst kunstvoll im Graffiti-Stil zu malen. Porsch freute sich vor allem über die Unterstützung der ECE-Center-Verantwortlichen, die den Bauzaun für den Graffiti-Wettstreit zur Verfügung gestellt hatten: „Es ist ein schöner Ort für so eine Veranstaltung.“ Die Maler hätten Gelegenheit, sich und ihre Kunst zu präsentieren. Außerdem blieben viele Leute stehen, um sich die Werke anzuschauen. Auch zahlreiche ältere Menschen seien darunter. Mancher bekomme auf diesem Weg sogar Aufträge.

Carsten Klett, der ebenfalls an der Organisation der Brennpunkt-Jam beteiligt ist, zeigte sich zufrieden. Die Aktion werde sehr gut angenommen. Sie sei eine gute Möglichkeit, Graffiti auch einmal von der anderen, der legalen Seite zu zeigen. Die Aktion trage dazu bei, zwischen der Bevölkerung und den Sprayern zu vermitteln. Dass dies tatsächlich funktioniert, zeigte sich am Samstag an vielen Ecken. Überall blieben Leute vor den Bildern stehen und sahen den Malerinnen und Malern bei ihrer Arbeit zu. So auch Hans Bleck, der meinte: „Die Jungs sind gut.“

Unter den 14 Teilnehmern des Graffiti-Battles befinden sich aber nicht nur Jungs, sondern auch Alexandra Renken. Die 32-Jährige ist die einzige Frau im Brennpunkt-Jam-Hahnenkorb. Sie beschäftigt sich bereits seit zehn Jahren mit Graffiti. Vorurteile gegenüber Frauen gebe es in der Szene schon, sagte Alexandra. Sprüche wie „Nicht schlecht für ein Mädchen“ seien keine Seltenheit. Aber es gebe auch viele Kollegen, die sie unterstützen und sie ermutigen. Alexandra bietet in einem Kölner Jugendhaus einen offenen Treff an. Die „Mittwochs-Maler“ beschäftigen sich mit Graffiti und anderen Darstellungsformen. „Es ist ein Graffiti-Projekt mit künstlerischen Aspekten, wo jeder legal malen kann“, erklärte Alexandra.

Sie selbst malt gern Katzen. „Die bieten sich irgendwie an.“ Außerdem habe sie selber welche und könne sie so gut beobachten, um sie später zu malen. In der Mitte ihres Bildes ist eine junge Frau zu sehen. „Kein Selbstporträt“, wie sie betont. „Aber irgendwie haben die dann doch immer Ähnlichkeit mit mir.“ Oft habe sie Bedenken bei ihren Motiven und frage sich, ob das jetzt nicht zu kitschig oder zu mädchenhaft sei. Aber verleugnen könne sie ihre weibliche Identität schließlich auch nicht.

Dass sie das auch gar nicht braucht, stellte sich am Ende des Wettstreits heraus. Die 14 Maler bildeten selbst die Jury für ihre Werke und beschlossen: Alexandra hat den ersten Platz verdient. Auf dem zweiten Platz landete Daniel Bon mit seiner Version des kleinen Maulwurfs aus der „Sendung mit der Maus“. Den dritten Platz belegte Marc Klink. Auf seinem Bild war der Schriftzug „Spoke“ zu lesen.

Rüdiger Porsch sollte Recht behalten. Er hatte schon zu Beginn der Veranstaltung gemutmaßt: „Ich glaub’, das wird ein voller Erfolg.“

Bildergalerie: Brennpunkt Jam

Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1238088758928.shtml

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Gehasst von Hausbesitzern und Verkehrsbetrieben: Jetzt will die katholische Kirche um Verständnis für Graffiti-Künstler werben. Bei der 1. Graffiti-Fachtagung wurden alte Gräben geschlossen und gezeigt, warum Kunst aus der Dose so schön ist.

Graffiti
Auf großen Waggons ein Ärgernis, auf Modelleisenbahnen unbedenklich: Graffiti. (Bild: Hennes)

Nippes – Für die einen sind sie Schmiererei, für die anderen Kunst. An Graffiti, der Malerei auf Mauern und im öffentlichen Raum, scheiden sich die Geister. „Die Fronten sind verhärtet“, sagt Anke Patt vom Sozialdienst katholischer Männer (SKM) mit Blick auf Köln. Um dem entgegenzuwirken, hat der Verein am Freitag eine Graffiti-Fachtagung veranstaltet. Im Anschluss wurde in Halle 10 der Clouth Werke an der Xantener Straße die Ausstellung „Mittwochs-Maler and friends“ eröffnet, die auch an diesem Samstag von 12 bis 18 Uhr zu sehen ist.

„Mittwochs-Maler“ ist der Name des Graffiti- und Jugendkunstprojekts, das der SKM im November 2005 im Rahmen des HipHop-Netzwerks für Toleranz und Integration ins Leben gerufen hat und das inzwischen von der Stadt unterstützt wird. Es steht exemplarisch für das Bemühen, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, den öffentlichen Raum mitzugestalten. In Köln gebe es genügend Flächen – von trostlosen Unterführungen bis zu grauen, hässlichen Mauern, die sich gut dafür eigneten, legal besprüht und bemalt zu werden, sagte unter anderen „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel, der die Tagung unterstützte. Gäbe man solche Flächen offiziell frei, würde nach Baumgärtels Auffassung automatisch die Zahl der illegalen Graffiti zurückgehen, ob auf Wänden privater Häuser oder auf Bahnen.

Doch die „legale Gestaltung des öffentlichen Raums“ finde in Köln „keine ordnungspolitische Zustimmung“, kritisierte Elke Böttger, Jugendpflegerin in Nippes, und ergänzte: „Die Freiflächen in Jugendeinrichtungen reichen nicht aus.“ Im Umgang mit der Graffiti-Kultur gelte es, weder einer „Verherrlichung“ noch einer „repressiven Ausgrenzung“ das Wort zu reden. Für Thomas Baumgärtel sind die Konflikte jedenfalls Vergangenheit: In seinem Atelier hätten sich früher „ordnerweise“ die Strafanzeigen angesammelt und oft genug sei er festgenommen worden; heute dagegen rissen sich Kunsteinrichtungen um seine Arbeiten. (cs)

______________________________________________________________________________________________________Kölner Wochenspiegel, 30.09.2009

Sprayen erwünscht
Grafittis zieren jetzt die Altkleidercontainer

Neuehrenfeld (as). Die Anwohner der Hosterstraße feierten ihr Nachbarschaftsfest. Rund um das “Enneplätzchen” hatten die Veranstalter: die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft “Die Ehrenfelder” und der Verein “Pusteblume e.V.” neben einem Spieleparcours weitere Attraktionen für Jung und Alt aufgebaut.

So konnte, wer wollte, seine Sattelfestigkeit beim Bullenreiten testen, sich in einem großen “Bienenkorb” schaukeln lassen oder aber eine Runde mit dem Kettenkarussell fahren. Und wer Ehrenfeld schon immer einmal auf dem Kopf stehend betrachten wollte, nutzte hier die Gelegenheit und stieg in das Aerotrim.
Unter dem Motto “Aktiver Umweltschutz auch mit unseren Altkleidercontainern”, gestalteten vor Ort acht junge Sprayer von “Luckys House” einen Altkleidercontainer. Und die Pänz durften es ihnen an Papphäusern gleich tun.

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Kinder und Jugendliche Spray-Künstler gestalteten
einen Altkleidercontainer und ein Spielhaus. Foto: Stahl

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Aktiver Umweltschutz: Altkleider-Container als Kunstwerk?

Kölner Graffiti-Künstler gestalten Container aus Blech

Weltenschaukel, Kuchenbuffet, Container-Graffiti-Aktion und Kölsche Musik – das Rahmenprogramm des diesjährigen Straßenfestes, zu dem DIE EHRENFELDER eG und das Pusteblume-Zentrum e.V. auch die DESWOS wieder einluden, war sehr vielfältig.

Aber wie passt die Container-Graffiti-Aktion dazu?
Für ihre Aktion brachte die DESWOS zwei fabrikneue Altkleider-Container mit, wie sie inzwischen bei zahlreichen Wohnungsunternehmen überall im Bundesgebiet verteilt aufgestellt sind. Zwei Graffiti-Teams aus Köln gestalteten die schmucklosen Container mit ihren Spraydosen im Laufe des Tages zu wahren Kunststücken.

Mit dieser Aktion machte die DESWOS auf die sinnvolle Verwertung von Altkleidern aufmerksam. „In Deutschland landen pro Jahr zwei Millionen Tonnen Altkleider im Müll, die in der Rohstoffgewinnung wieder verwertet werden können“, erklärt Georg Potschka, Vorstandsvorsitzender der EHRENFELDER und Generalsekretär der DESWOS. Altkleider-Container aufzustellen, hilft der DESWOS sogar, denn mit jedem Container, der auf privaten Stellplätzen von Wohnungsunternehmen steht, erhält die DESWOS eine Gebühr, die in die Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika fließt.

Am Abend sah man den zwei originell gestalteten Graffiti-Kunstwerken wirklich nicht an, dass es sich um einfache Blech-Container handelt. Bei ihrem Anblick entbrannte schnell das Gerangel um die zukünftigen Stellplätze im Wohnungsbestand der EHRENFELDER.

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Kölnische Rundschau 24.09.2009

Papphäuschen mit einer Sonne verziert

Nachbarschaftsfest mit dem Verein “Pusteblume” – Bands auf der

Bühne und Bullenreiten

HANS-WILLI HERMANS

NEUEHRENFELD. “Gestalten, nicht bestrafen”: So lautete das Motto einer Aktion, die Georg Potschka, Vorstandssprecher der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft “Die Ehrenfelder” initiiert hatte. Auf dem gemeinsamen Nachbarschaftsfest mit der “Pusteblume”, einem Verein für Bewegung, Entspannung, Tanz und Theater in der Hosterstraße, konnten Besucher in der Nähe des Barbarabrunnens erleben, wie Jugendliche nach Lust und Laune Altkleidercontainer mit Spraydosen verzierten.

“Mit der farbenfreudigen Gestaltung werden die Container eher von der Bevölkerung akzeptiert, und die Jugendlichen haben keinen Grund mehr, sie mit eigenen Graffiti zu ,verzieren´”, meinte Potschka. Er sieht die Maßnahme auch als Fortführung der schon begonnenen Linie: Das Fassadenkünstlerduo “Goodlack” hat in Ehrenfeld bereits Garagentore und ganze Häuserfronten der “Ehrenfelder” verschönt. “Goodlack” hatten sich denn auch einen der Altkleidercontainer vorgenommen, während sich um den zweiten eine Sprayer-Gruppe kümmerte, die regelmäßig in “Lucky´s Haus” zusammenkommt. Hemden, Socken, Pullover und Stofftiere hatten sie, dem Thema entsprechend, in freundlichen Farben auf dem Container verewigt: “Wir bekommen dafür die Sprühdosen gestellt, aber das Material ist so reichlich, dass wir damit auch in unserer Einrichtung weitermachen können”, erzählte Alexandra Renken, künstlerische Leiterin der “Mittwochsmaler” aus Lucky´s Haus.

Damit aber die neugierigen Pänz nicht leer ausgingen, war nebenan ein Papphäuschen aufgebaut worden, auf dem sich die Kleinen mit Filzstiften kreativ betätigen konnten: “Guck mal, ich hab ein Herz gemalt”, rief Felix begeistert. “Toll”, gab Lotta zu, “aber meine Sonne ist auch schön geworden.” Aber so lange wie die größeren “Kollegen” hielten sie es dann doch nicht aus bei der Kunst. Schließlich lockten Kettenkarussell, Spieleparcours, Bull-Riding, Bienenkorb-Schaukel und andere Attraktionen, während ihre Eltern auf dem gut besuchten Fest den Bands auf der Bühne lauschten, Kaffee und Kuchen genossen und ein wenig plauschten.

Für die beiden bunten Container, die am Ende des Tages zurückblieben, hat Georg Potschka auch schon eine Verwendung: “Die stellen wir gleich in der Jakob-Schupp-Straße auf.”

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Kölner Stadtanzeiger, 17.09.2009

Ein wahrlich farbenfrohes Fest auf der Straße

In der Ehrenfelder Hosterstraße wurde zugunsten des “Pusteblume”-Vereins gefeiert. Spraykünstler gestalteten dabei Altkleider-Container neu.

VON HERIBERT RÖSGEN

Ehrenfeld - Gerade mal zwei Bleche Rührkuchen waren am Nachmittag an der Kuchentheke beim Straßenfest in der Hosterstraße übrig. Doch das Fest war da noch nicht zu Ende. Am Schluss hatte das fleißige Frauenteam rund 40 Kuchen verkauft. Die meisten selbst gemacht, eine gestiftet von Bäckereien aus der Nachbarschaft.

Gefeiert wurde in der Ennen- und der Hosterstraße zum elften Mal zugunsten des Vereins “Pusteblume”, der in den ehemaligen Räumen der Post-Zweigstelle ein umfangreiches Tanz- und Fitnessprogramm für Menschen jeden Alters anbietet. Ausrichter war die Ehrenfelder Wohnungsgenossenschaft. Alle Generationen wurden auch beim Straßenfest angesprochen. Vor allem die jüngsten Besucher, die sich an vielerlei Attraktionen vergnügen durften, bei denen es meist ordentlich “rund” ging: Kettenkarrusell, Korbschaukel, Rodeo und Rollenrutsche standen zur Auswahl. Die erwachsenen Besucher probierten derweil das Getränkeangebot und genossen das musikalische Programm mit der Band “Kölsch pur”.

Farbenfrohe Erinnerungen an das Fest werden demnächst in Form von bunt bemalten Altkleider-Sammelcontainern aufgestellt. Während des Straßenfestes gestalteten die Spraykünstler der Firma “Goodlack” und die Initiative “Mittwochsmaler” aus der Offenen Tür-Jugendeinrichtung “Luckys Haus” die Metallbehälter. Die hier gesammelten Kleider kommen der genossenschaftlichen Entwicklungshilfegesellschaft “Deswos” zugute.

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Auf dem Sprung nach Europa

Von Christian Leinweber, 28.01.10, 14:48h

Der Breakdance-Wettbewerb „FloorWars“ zog zahlreiche „Crews“ nach Köln – zur Qualifikation für ein internationales „Battle“ in Dänemark. Nach Mitternacht stand der Sieger fest: Die TNT Crew aus Oberhausen vertritt Deutschland in Kopenhagen.

Breakdance Battle Köln

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Halsbrecherische Akrobatik: Die Teilnehmer der “FloorWars” zeigen ihre besten Moves. (Bild: Leinweber)

Breakdance Battle Köln

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Halsbrecherische Akrobatik: Die Teilnehmer der “FloorWars” zeigen ihre besten Moves. (Bild: Leinweber)

Ehrenfeld – Er ist eine Mischung aus Schwindel erregender Akrobatik und furioser Energie, Musikalität und Durchsetzungsvermögen: der Breakdance. Er gehört zu den Tanzstilen, die eine hohe Disziplin und besondere athletische Fähigkeiten von den Tänzern fordern. Davon konnten sich 600 Besucher beim Breakdance-Wettbewerb „FloorWars Germany 2010“ im Kölner Jugendzentrum „Offene Tür Quäker“ an der Kreutzerstraße überzeugen. Rund 40 Breakdance-Gruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren gekommen, um an der Vorentscheidung für das große Internationale Breakdance-Battle am 20. März in Kopenhagen teilzunehmen.„Die Gruppe, die heute gewinnt, wird Deutschland in Kopenhagen repräsentieren“, so Sune Pejtersen, Organisator des Wettkampfs in Dänemark. In einem so genannten „3VS3-Battle“ traten jeweils zwei Dreiergruppen gegeneinander an, eine Jury wählte darauf die beste aus. Zum Schluss blieb von den 40 „Crews“ diejenige übrig, die mit den spektakulärsten Tanzbewegungen überzeugen konnte. Rund um das Jugendzentrum herrschte schon vor Beginn des Wettkampfs reges Treiben: Unter Anleitung der Juroren gab es in der nahen Tanzschule Mad City diverse Workshops und die Mauern der „Offenen Tür Quäker“ wurden von Sprayern verschönert. Legal, versteht sich.

Silja (23), vom Graffiti- und Jugendkunstprojekt „Mittwochs Maler, war eine der Graffitikünstler: „Einen Ort zu haben, wo man die Hip-Hop-Kultur ausleben kann, ohne kriminell werden zu müssen, ist für das Seelenleben extrem wichtig“, sagte sie. So sahen es wohl auch die Teilnehmer des Wettkampfs: Die Stimmung war entspannt, das Miteinander freundschaftlich. „Das hier ist auch eigentlich kein Wettkampf, sondern ein Zusammentreffen, ein Austausch“, so Sportstudent Shabba (23), Mitglied der Kölner Breakdance-Crew Nin10do. „B-Boying ist kein Sport. Trotzdem trainiere ich dafür jeden Tag und es ist physisch sehr anstrengend.“

Punkt 18 Uhr ging es los mit dem schweißtreibenden Wettbewerb. Die Tanzfläche wurde zum Mittelpunkt des Abends: Die Breakdancer vollzogen akrobatisch Drehungen auf dem Boden, sprangen Saltos und bewegten in Hochgeschwindigkeit ihre Beine zu den Beats der DJs. Gerade einmal fünf Minuten hatte jede Crew Zeit, sich in der Vorselektion zu beweisen. Auch die Jungs von Nin10do: „Klar, wir wollen gewinnen“, so Shabba (23), „aber noch mehr wollen wir zeigen, wofür wir trainiert haben. Es ist besser, ein gutes Battle zu verlieren, als ein schlechtes zu gewinnen.“ Nach einem „schlechten Battle“ sah die Veranstaltung nicht aus, und das mit Grund. Shabba: „FloorWars bewegt sich, was die teilnehmenden Gruppen angeht, auf einem extrem hohen Niveau.“

Das wussten auch die Zuschauer zu würdigen – die Halle kochte, die Favoriten wurden kräftig angefeuert. Und das nicht nur beim „3VS3“. Auch die gemischten Paare, die beim Stand-Up „Bonnie & Clyde“ gegeneinander kämpften, bekamen viel Applaus. „Es sind viele Individualisten dabei und die Atmosphäre ist wirklich gut“, so Stefan Mies, Organisator und Mitarbeiter des Jugendzentrums. „In einer großen Konzerthalle wäre es zu anonym.“ Nach Mitternacht stand der Sieger fest: Die TNT Crew aus Oberhausen vertritt Deutschland in Kopenhagen.

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Strassenkunst

Legale Flächen für Sprühkünstler

Bezirksvertreter fordern mehr legale Flächen für Graffiti-Sprayer. Als vorbildlich gelten beispielsweise die Bilder an der Haltestelle Frankfurter Straße.

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Haltestelle Frankfurter Straße (Bild: Ramme)

Haltestelle Frankfurter Straße

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Haltestelle Frankfurter Straße (Bild: Ramme)

Kalk / Höhenberg – Kalks Bezirksvertreter wünschen sich mehr künstlerisch gestaltet Graffiti in ihrem Stadtbezirk. Mit großer Mehrheit beschlossen die Stadtteilpolitiker jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen, dass die Verwaltung im Bezirk Kalk weitere geeignete Flächen zur Verfügung stellen soll, die dann mit pädagogischer Begleitung mit bunten Graffiti bemalt und besprüht werden können. Schließlich habe sich die Gestaltung mit Sprühbildern der KVB-Haltestelle „Frankfurter Straße“ bewährt. Dort hatten rund 30 jugendliche Sprayer der Gruppe „Mittwochsmaler“ – vor fünf Jahren im Rahmen eines Hip-Hop-Projekts an der Offenen Tür Luckys Haus in Bilderstöckchen entstanden – unter Anleitung von Künstlerin Alexandra Renken Wände und Treppenaufgänge gestaltet. „Eine einst triste und dunkle U-Bahn-Haltestelle, die vor allem viele ältere Menschen als Angstraum empfunden haben, ist zu einem Kunstwerk geworden, das von den Bürgern angenommen wird“, hat Pfarrer Franz Meurer beobachtet, der dort in der Nachbarschaft wohnt.Auf eine Anfrage der Bezirksvertretung hin haben inzwischen auch die KVB zugesagt, dass die bunten Graffiti an der Haltestelle „Frankfurter Straße“ nicht entfernt werden sollen. Die Gestaltung sei ein Teil des Gesamtkonzepts, um die Haltestelle attraktiver zu gestalten, und habe sich in vollem Umfang bewährt, teilten die Verkehrsbetriebe den Bezirksvertretern mit. „Es gibt für uns keinen Anlass, die Bilder übermalen zu lassen“, so KVB-Sprecher Joachim Berger.

Schließlich hätten sich die im Vorfeld geäußerten Bedenken, dass durch legale Graffiti an der Haltestelle illegale Nachahmer in der Umgebung finden könnten, nicht bewahrheitet. „Die künstlerisch gestalteten Graffiti haben die Haltestelle erheblich aufgewertet“, sagte CDU-Fraktionschef Jürgen Schuiszill und sein SPD-Kollege Oliver Krems sprach von „einer guten Sache“. Die Kalker Bezirksvertreter wollen nun im Rat den Antrag der Graffiti-Gruppe „Montagsmaler“ unterstützen. Diese wünschen eine „Hall of Fame“ und somit weitere „legale Freiflächen“ zum Besprühen. „Vielleicht ist dies auch in Kooperation mit den Jugendeinrichtungen auf deren Gelände möglich“, sagte SPD-Politiker Marco Pagano. Doch favorisieren die „Mittwochsmaler“ eher Flächen, „die Tag und Nacht frei zugänglich“ sind.

Allerdings zeigt sich auch die Verwaltung nicht abgeneigt, diesen Vorschlag zu berücksichtigen. Sowohl das Projekt selbst als auch die Jugendeinrichtung des Sozialdienstes Katholischer Männer, dem es angegliedert ist, werden von der Stadt bezuschusst. „Damit werden die »Mittwochsmaler« als Bestandteil von Jugendkultur sowie als Präventionsprojekt anerkannt“, heißt es in einer ersten Stellungnahme. „Die Frage ob, in welcher Größenordnung und an welchen Orten legale Flächen für Graffiti ausgewiesen werden, ist jeweils auszuhandeln.“

Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1264185929991.shtml

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Break de Cologne

Halsbrecherische Artistik auf einer Hand

Ihre Bewegungen sind halsbrecherisch, ihr Image schlecht: Häufig werden Breakdancer angefeindet, weil sie mit dem Gehabe von Gangster-Rappern verbunden werden. Im Nippeser Bürgerzentrum zeigten sie, dass es ihnen um etwas anderes geht: Respekt.

Sprayer

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Drinnen sportlich, draußen kreativ: Beim Breakdance-Event Break de Cologne waren auch die Sprayer der Mittwochs-Maler SKM Köln dabei. (Bild: Leinweber)

Nippes – Da stockt einem der Atem: Die Moves, die beim diesjährigen Breakdance-Event Break de Cologne im Bürgerzentrum Nippes vorgeführt werden, sehen halsbrecherisch aus. Verletzungen gibt es zum Glück aber keine. Mit schlafwandlerischer Sicherheit vollführen die rund 120 aus ganz Europa angereisten Breakdancer ihre artistischen Tanzbewegungen, wirbeln über den Boden und zeigen ihre besten Powermoves wie die „99“. Hier muss sich der Breakdancer – kurz B’Boy – auf einer Hand stehend um sich selbst drehen. Dafür braucht man viel Körpergefühl und noch mehr Übung. Das weiß auch der Kölner Breakdancer Giuseppe (13): „Bei einem neuen Trick, den man noch nicht gut beherrscht, kann man sich schon mal den Arm brechen.“ Eigentlich wollte er zusammen mit seinem Freund Rayan (14) an dem „5vs5“-Wettkampf teilnehmen, bei dem zwei Crews aus jeweils fünf Tänzern gegeneinander antreten. Leider fanden sie nicht genug Mittänzer. Rayan: „Die meisten, mit denen wir hätten tanzen können, sind erst neu dabei und wollten nicht vor großem Publikum auftreten.“ Er selbst hat da keine Berührungsängste, ist aber auch schon seit zwei Jahren aktiver Tänzer. Was der Breakdance für die beiden Jungs bedeutet, fast Giuseppe zusammen: „Damit kommt man von der Straße weg.“

Gerade die Straße ist für B’Boys in Belgien ein Problem: „Es ist nicht immer ungefährlich, auf Belgischen Straßen Breakdance zu tanzen“, erzählt Filco (27), der mit seiner Crew One Peace Boys aus Lüttich beim Wettbewerb antritt. „Man wird nicht selten angefeindet und bedroht.“ Große Räumlichkeiten zum Trainieren gibt es in seiner Stadt nicht, die Jungs müssen also auf der Straße üben. „Die Politiker verwechseln Gangster-Rap und das Gehabe, das damit verbunden ist, mit Breakdancing“, sagt er. Daher stelle die Stadt keine Räume zur Verfügung. Dass das Kinder- und Jugendzentrum OT Werkstattstraße den von jungen Kölner B’Boys und B’Girls mit viel ehrenamtlichem Arbeitsaufwand organisierten Breakdance-Wettbewerb unterstützt, findet der Belgier großartig. Und so wird eines an diesem Tag ganz groß geschrieben: Respekt. Denn auch wenn es beim Wettbewerb Geld- und Sachpreise zu gewinnen gibt, Fairness und Sportlichkeit gehen vor. So wird jeder Tänzer nicht nur von den drei Wettkampfrichtern genauestens begutachtet – den international anerkannten Breakdancern Arte aus Spanien, Paulinho aus Frankreich und Dr. Hefo aus Polen -, sondern auch von den restlichen Teilnehmern kräftig angefeuert. Denn ob bei dem Crew-Wettkampf „5vs5“ oder den Einzelwettkämpfen – dem Powermove Battle und der Ü30 Kategorie Dirty Thirties -, lautstarke Unterstützung kann jeder gebrauchen. Und die zum Tanzen notwendigen Hip-Hop Beats fehlen auch nicht: DJ ICE C aus Köln und DJ Horba aus Danzig machen ein Stillstehen schwer. Und so ist fast jeder der etwa 13- bis 35-jährigen Tänzer in Bewegung. Nur draußen vor der Tür ist es ruhig, aber nicht weniger umtriebig: Die Sprayer der Mittwochs-Maler SKM Köln gestalten neue Bilder für die OT Werkstattstraße. Auch hier wird länderübergreifend zusammen gearbeitet: Ein Sprayer aus Frankreich und ein Sprayer aus Spanien gestalten gemeinsam eines der Kunstwerke. „Der Event hat ja einen europäischen Charakter“, sagt Maurice Kusber von den Mittwochs-Malern. „Die Leute müssen trotzdem nicht groß miteinander reden, sondern können einfach zusammen sprayen und tanzen.“ So kann man kreativ Sprachbarrieren überwinden. Und die jungen Kölner Breakdancer, die kein Geld haben, zu Veranstaltungen im Ausland zu reisen, bekommen dank der Break de Cologne auch noch hochkarätige Tänzer aus Holland, Belgien, Spanien und Dänemark zu sehen.

„Es ist nicht wichtig, ob man gewinnt oder verliert, wichtig ist der Austausch“, so der Düsseldorfer Engin, der durch die Veranstaltung führt. Der Applaus aller Teilnehmer zeigt: Das sieht hier jeder so. Die belgische Crew One Peace Boys wird Sieger beim „5vs5“-Battle und gewinnt die 400 Euro Preisgeld. Bruno sichert sich den ersten Platz beim Dirty Thirties Battle und Wal-D belegt die Top-Position beim Powermove Battle. Beide erhalten 50 Euro. Die Preise werden von Sponsoren gestiftet.

Link:http://www.ksta.de/html/artikel/1273441033731.shtml

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Gesprühte Jugenderinnerungen

Die „Mittwochs-Maler“ haben mit einem Kunstwerk ein Seniorenheim am Karl-Berbuer-Platz verschönert. Um das passende Motiv zu finden, haben sich die Sprayer des Graffiti- und Jugendkunstprojekts von den Senioren ihre Jugenderinnerungen erzählen lassen.

Graffiti Seniorenheim

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Schöne Landschaft in grauer Umgebung: Die Mittwochs-Maler vom SKM sprühten ihr Kunstwerk legal auf Beton. (Bild: Leinweber)

Innenstadt – Wie kann man illegales Graffitisprühen verhindern? Genau, mit legalen Graffiti! An einem Seniorenwohnheim am Karl-Berbuer-Platz ist ein Graffito-Kunstwerk zu sehen, das nicht nur das Gebäude um einiges ansehnlicher macht, sondern auch den Platz darum herum verschönert – eine sonnige Landschaft, grüne Wiesen, Berge und ein Fluss mit Angler, ein Hippiemädchen sitzt zwischen ihren Hunden und ein Rock ‘n’ Roller spielt auf seiner Gitarre. Darüber der Spruch „Respect to the Old School“ (Respekt für die Alte Schule), mit der sowohl die Urväter der Hip-Hop-Kultur als auch die Bewohner des Seniorenwohnheims gemeint sind.

„Das Graffiti passt zu unserem Seniorentreffpunkt im Erdgeschoss“, freut sich Besucherin Anne Remagen (82). Um das passende Motiv zu finden, haben sich die Sprayer des Graffiti- und Jugendkunstprojekts „Mittwochs-Maler“ des SKM (Sozialdienst Katholischer Männer) von den Gästen des Treffs ihre Jugenderinnerungen erzählen lassen: „Das Bild reflektiert, was die Senioren als Jugendliche erlebt haben“, erklärt Sprayerin Alexandra Renken (33), „Freiheitsdrang, Rebellion und Musik.“

Die Idee, dem Gebäude einen kunstvoll gesprühten Anstrich zu verpassen, hatte Karl-Heinz Kassens von der GAG Immobilien AG, der Eigentümerin des Wohnheims. Dabei ging es ihm nicht nur um die Aufwertung des „tristen Platzes“ und das Verhindern neuer illegaler Sprühereien am Haus, sondern auch darum, den jungen Sprayern mit dieser Aktion eine Plattform zu bieten. Wenn es gut ankomme, so Kassens, könne man eine solche Aktion an weiteren dafür geeigneten Häusern wiederholen. Und dass es in diesem Fall bei allen Beteiligten gut ankommt, merkt man schon jetzt: Besucher des Seniorentreffpunkts freuen sich über ihre zu Kunst gewordenen Jugenderinnerungen und die Sprayer konnten sich kreativ und vor allem legal verewigen.

Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1273823347103.shtml

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Meckenheimer Maskottchen und Markenzeichen

Meckenheim. (rom) Vom grauen Zweckbau zum bunten Blickfang: Auf den Wänden der Trafo-Station an der Meckenheimer Bahnhofstraße tummeln sich neuerdings Maskottchen und Markenzeichen der Stadt, aufgesprüht von sechs Jugendlichen unter Anleitung von Sozialpädagoge Maurice Kusber von der Aktion “Kölner Mittwochsmaler”.

Maskottchen und Markenzeichen der Stadt auf den Wänden der Trafo-Station. Foto: Wolfgang HenryMaskottchen und Markenzeichen der Stadt auf den Wänden der Trafo-Station. Foto: Wolfgang Henry

Dennis Diedrich, als Streetworker im Auftrag der Stadt unterwegs, und Wirtschaftsförderer Michael Bison hatten die Aktion organisiert. In rund sieben Stunden entstanden der Igel Mecki, Radfahrer, apfelschmausende Katzen und ein Blütenmeer.

Die RWE Rhein Ruhr Netzwerkservice hatte die Trafo-Station im Rahmen der Instandhaltung ohnehin neu streichen wollen und spendete die Farben. “Eine gute Idee”, befand der Erste Beigeordnete der Stadt, Johannes Winckler. Und ein fröhlicher Gruß an Meckenheim-Besucher, die zudem an der Bahnhofstraße von einer Stiefmütterchen-Rabatte in Form des Stadtwappens willkommen geheißen werden.

Link: http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=721253&

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Kids im Bauwagen

Ein mobiler Jugendtreff wurde in der Straße “Im Mönchsfeld” eröffnet

Roggendorf/Thenhoven (kv). Bisher hingen die Kinder und Jugendlichen der GAG-Siedlung vorzugsweise am Worringer Bahnhof ab.Jetzt aber haben die Kids, die in den sozial geförderten Häusern der Gesellschaft leben, einen mobilen Jugendtreff direkt vor ihrer Haustür. Quietschbunt sieht er aus, der Bauwagen in der Straße “Im Mönchsfeld”. Die Jugendlichen besprühten ihn unter Anleitung der “MittwochsMaler”, dem Jugendkunstprojekt des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) Köln, mit der Graffiti-Aufschrift “Cologne”. Im Inneren des umgestalteten Bauwagens wartet auf die Besucher eine kleine Küche und eine gemütliche Holzeckbank zum Ausspannen. Dort wird es ab sofort auch ein Betreuungs- und Beratungsangebot geben. “Ich werde die Beratung zu allen Lebensfragen übernehmen”, kündigt Markus Meller vom SKM an.

Er ist der Leiter des SKM-Zentrums Thenhoven, der im Fortuinweg auch einen Jugendclub unterhält. Insofern ist Meller für die Jugendlichen kein Unbekannter. “Wir haben zunächst mittwochs und freitags von 17 bis 20 Uhr geöffnet, mittwochs auch von 10 bis 12 Uhr”, sagt der Sozialpädagogische Einrichtungsleiter. “Wir bieten Nachhilfe an, aber auch Unterhaltung wie Gesellschaftsspiele.” Zwei weitere Halbtagskräfte kümmern sich um die Gäste.
Meller rechnet mit 20 bis 25 Jugendlichen, die täglich vorbeischauen. Die Idee für einen mobilen Jugendtreff war vor zwei Jahren entstanden.

Der SKM Köln und Seelsorger Joachim Gayko hatten die Notwendigkeit für einen Jugendtreff vor Ort gesehen. Genauso wie GAGFAH-Mieterin Mathilde Mettbach. “Für den Geschmack der Mädchen war der Jugendclub in Thenhoven ein bisschen sehr von Jungs dominiert”, erzählt die Mutter von Angela (14). “Jetzt gibt es direkt etwas vorm Haus – toll!” Ursprünglich sollte der Bauwagen am Worringer Bahnhof aufgestellt werden. Doch auf öffentlichem Gelände ist dazu eine Baugenehmigung notwendig. So muss er bis zu dieser Genehmigung auf dem Gelände der GAGFAH verbleiben. Die Hit-Stiftung unterstützt das Projekt mit rund 65. 000 Euro für zwei Jahre. Danach will die Stadt das Projekt weiterfinanzieren. Price Waterhouse Cooper spendete 2000 Euro für die Inneneinrichtung.

Link: http://www.koelner-wochenspiegel.de/rag-kws/docs/277748/lokales

Vor ihrem quietschbunten Bauwagen freuen sich die Kids mit (v.l.) Markus Meller (SKM), Margret Hees (SKM), Birgit Rößle (Hit-Stiftung), Kaplan Gayko und dem Bürgervereinsvorsitzenden Gottfried Mock. Foto:kv
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Dicke Beats und Texte mit Botschaft

Das Hiphop Netzwerk Köln-Nippes ist bei den Burgfestspielen aufgetreten. Die Jugendlichen begeisterten die Mucher mit Rap und Breakdance. Mit halsbrecherichen Bewegungen brachten sie den Atem der Zuschauer ins Stocken.

Hiphop

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Das Kölner Hiphop Netzwerk Nippes war zu Gast bei den Burgfestspielen. Die Gruppe United Revival Team Set zeigte dabei einen besonderen Hip-Hop-Tanz unter Schwarzlicht. BILD: CHRISTIAN LEINWEBER

Much – „Respekt muss man sich verdienen.“ Das waren die ersten Worte, die Rapper und Moderator Cizzah an das junge Publikum im Mucher Schulzentrum richtete. „Denn wenn man etwas erreichen will, dann muss man hart an sich arbeiten.“ Dass sie dies getan haben, bewiesen die rund 50 Jugendlichen vom Hiphop Netzwerk Köln-Nippes im Rahmen der Mucher Burgfestspiele mit Rap, Breakdance, Gesang und Tanz. Da konnte einem schon mal der Atem stocken, etwa bei den halsbrecherischen Moves (zu deutsch Bewegungen) der Breakdancer, auch B-Boys genannt: Die wirbelten über den Boden, sprangen tollkühn durch die Luft und verbogen ihre Gliedmaßen passend zu den Beats, die donnernd aus den Boxen drangen.

Breakdance ist – neben Graffitisprühen, Rap und DJing – ein Bestandteil der Hip-Hop-Kultur, die nicht nur in Großstädten ihre Anhänger hat: „Bisher waren wir nur im Rockbereich unterwegs, aber unsere Jugendlichen sind hauptsächlich Hip-Hopper“, erklärte Organisatorin Svenja Stinn, Leiterin des Kultur- und Freizeitzentrums Much. „Für die wollten wir auch mal etwas machen, sozusagen die ganze Bandbreite bedienen.“ Die ganze Bandbreite der Hip-Hop-Kultur bedienten denn auch die Kölner Jugendlichen, ohne dabei gängige Klischees zu bemühen. Den sozialkritischen Rapsong „Keine Kürzung für Kurze“, Hymne der gleichnamigen Kampagne der Arbeitsgemeinschaft Offene Türen, gab Rapper Denno zum Besten. Hier heißt es: „Im Jugendzentrum kann ich meine Freunde treffen und muss auf der Straße nicht mit dem Teufel sprechen“.

Mit seinen zwölf Jahren ist Tamo King einer der jüngsten Rapper des Netzwerks. Auch er hält nicht viel von Schimpfwörtern, regt lieber zum Nachdenken an, statt plakativ zu provozieren: „Normale Texte sind einfach besser, als Beleidigungen“, so Tamo. Die Gruppe United Revival Team Set hatte sich für ihren Auftritt etwas Besonderes ausgedacht: Ein Hip-Hop-Tanz unter Schwarzlicht, das nur die roten und weißen Masken und die dazu passend angemalten schwarzen Anzüge der Mädchen zum Leuchten brachte. Ausgerüstet mit neonfarbenen Stöcken bewegten sie sich spannungsvoll zu Michael Jacksons „Beat It“. Darauf Cizzah: „Jetzt seht ihr, das man mit Schlagstöcken auch etwas anderes machen kann.“

Während in der Schulaula ein Auftritt dem anderen folgte, lebten sich draußen vor der Tür Mucher Graffiti-Sprüher kreativ aus. Das Kölner Graffiti- und Jugendkunstprojekt Mittwochs-Maler hatte eigens dafür Leinwände zur Verfügung gestellt. Einer der Höhepunkte des Abends war sicherlich der Auftritt von Beatboxer Money, der allein mit seiner Stimme die dicksten Beats und unterschiedlichsten Geräusche fabrizierte: Mal klang das wie ein Didgeridoo, mal wie ein Trommelwirbel, atemlos unterlegt mit Wortfetzen. Dass die Gemeinde Much solch einen kulturellen Jugendaustausch ermöglicht hat, sollte man ihr hoch anrechnen.

Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1281431710548.shtml

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Schön “gesprayt”

Die “Mitwochsmaler” verschönerten Wände in der Donewaldsiedlung

Foto: v.Czarnowski
Die Garagenrückwand in der Leimbachstraße verschönerten Alexandra Renker (2.v.r.) und die “Mittwochsmaler”.

Dünnwald (ac). Die Garagen mehrerer Wohnhäuser der Antoniter-Siedlungsgesellschaft in der Leimbachstraße wurden kürzlich saniert und der Putz ausgebessert: Jetzt sollte noch ein Blickfang her. Für diesen sorgten die “Mittwochsmaler”, eine Graffiti-Werkstatt des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM). Unter der Anleitung von Alexandra Renker entstand so ein Landschaftsgemälde, auf dem eine Hochhausstadt sich zu einem Urwald wandelt – eben eine Metamorphose.

Insgesamt acht Jugendliche und junge Erwachsene der “Mittwochsmaler” beteiligten sich an der Wandgestaltung, regen Anteil nahmen dabei zahlreiche Kinder der Siedlung. “Diese Wand wurde immer schon bemalt”, wusste Renker, die jetzt hofft, dass das Werk der jungen Künstler dauerhaft bleibt. “Zumindest von den Anwohnern, auch den älteren, kamen bisher nur positive Reaktionen.”

Link: http://www.koelner-wochenspiegel.de/rag-kws/docs/293665/muelheim

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Weiden

Foto: ha
Hatte viel Spaß an der Arbeit, das Graffiti-Team des “Juze-Weiden”.

Weiden (ha). Das Jugendzentrum Weiden bewegt junge Menschen mit seiner Angebotsvielfalt nicht nur in den Räumlichkeiten der Ostlandstraße, sondern auch auf den Straßen abseits der Hausadresse. Mit dem “Juze Weiden-Express” touren Pädagogen der Einrichtung seit jeher durch das Veedel und haben dabei für die Kids Spiele, Sport oder Musikevents im Gepäck.
Im Rahmen einer Ferienaktion wurde dem Gefährt nun in Kooperation mit dem Verein “Mittwochs-Maler” ein neuer Anstrich verpasst. Unter fachlicher Anleitung von Diplom-Sozialpädagoge Maurice Kusber gestalteten die Teilnehmer den Kleinbus mit Graffitis zu einem “rollenden Farbkasten” um. Dabei lernten die Kinder und Jugendlichen innerhalb von drei Tagen den sachgerechten Umgang mit den Spraydosen. Der oberste Grundsatz lautete: Immer nur mit Atemschutz arbeiten, damit Erkrankungen vermieden werden.
“Alle beteiligten Juze-Besucher haben mit der Aktion Neuland betreten. Die Motivation bei den Kids war aber riesig”, freute sich Einrichtungsleiterin Tanja Fippinger.
Die Sprayaktion blieb jedoch lediglich auf eine Seite des Gefährts begrenzt. Aufgrund der Haushaltskürzungen und der damit verbundenen Budgetverminderung für das Jugendzentrum soll die Fläche auf der Fahrerseite potenziellen Werbepartnern zur Verfügung gestellt werden. Interessenten können sich diesbezüglich unter Telefon 02234/ 942201 sowie per Mail an info@juze-weiden.jugz. de bei der Einrichtung melden.
Neben der Umgestaltung des Busses zu einem mobilen Kunstwerk wurden darüber hinaus zwei Großleinwände mit Motiven der Workshopteilnehmer verziert. “Wir wünschen uns eine Identifikation der Kinder und Jugendlichen mit der Einrichtung. Daher ist es wichtig, die jungen Menschen mit in die Gestaltung einzubeziehen und ihnen eine Mitbestimmungsmöglichkeit in Bezug auf das Haus und seine Angebote zu geben”, begründete Diplom-Sozialarbeiterin Fippinger.
Der “Juze Weiden-Express” ist dienstags von 16 bis 20 Uhr an der Kantstraße sowie freitags von 16 bis 20 Uhr an der Kronstädter Straße zu finden.

Link: http://www.koelner-wochenspiegel.de/rag-kws/docs/293764/weiden-loevenich

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Kölner Zoo

Legale Graffiti sollen Zoomauer schöner machen

Noch „zieren“ eher unbeholfene Schriftzeichen die Zoomauer an der Riehler Straße. Das soll anders werden. Zoodirektor Theo Pagel will die „Tags“ – so der Sprayer-Jargon für diese Namenskürzel – durch professionelle Graffiti ersetzen. Dafür wird am kommenden Montag bundesweit ein Wettbewerb mit dem Titel „ARTgerecht“ ausgeschrieben.Von Jürgen Schön

Zoodirektor Pagel (Mitte) zeigt, was bald durch legale Kunst ersetzt werden soll. Foto: Jürgen Schön Bild vergrößern Zoodirektor Pagel (Mitte) zeigt, was bald durch legale Kunst ersetzt werden soll. Foto: Jürgen Schön

„Das ist ein toller Titel“, begeistert sich Pagel. „Er verbindet das, was wir hier im Zoo machen – nämlich artgerechte Tierhaltung – mit Kunst.“ (art ist das englische Wort für Kunst.) Zudem sei er sehr offen gehalten. „In einem solchen Gestaltungsprojekt können wir Tradition und Vision miteinander verbinden.“ Schließlich hätten immer wieder bekannte Künstler ihre Motive im Kölner Zoo gefunden.Rund 300 Meter der Mauer stehen für die Kunst am Bau zur Verfügung, angefangen vom Haupteingang gegenüber der KVB-Haltestelle „Zoo/Flora“. Zuvor muss noch eine Ecke neu gestaltet werden, die nach dem Abriss der alten Fußgängerbrücke frei geworden ist. Dort soll eine Mauer hochgezogen werden mit Fenstern, die einen ersten Blick in den Zoo gewähren. Die Mauer selber soll Zebrastreifen erhalten, die sich dann fortsetzen und die einzelnen Bilder von „ARTgerecht“ verbinden.

Auf der Wettbewerbsmauer sollen – mit jeweils 10 Metern – die Arbeiten der zehn Wettbewerbssieger gemalt werden. Sie werden ein Honorar erhalten, für die drei Besten soll es Preise geben, deren Höhe ebenfalls noch nicht feststeht. Außerdem werden vier Kölner Profi- Graffiti-Künstler eingeladen. Eine weitere Fläche ist für Sprayer der „MittwochsMaler“ reserviert. Dieses Projekt des Sozialdienstes katholische Männer (SkM) soll die künstlerischen Fähigkeiten von Jugendlichen fördern und ihre Spraylust in legale Bahnen lenken. Schließlich gibt es noch einige Meter für die Künstlerin Alexandra Renken, die beim SkM mitarbeitet, und für das Duo „debug visuals“, das aus den Künstlern Pierre Galic und Sebastian Karbowiak besteht. Beide haben langjährige Erfahrung mit Straßenkunst und Wandgestaltung.

Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 31. Januar 2011. Umgesetzt werden sollen die Bilder um Ostern.

Wettbewerbsbestimmungen ab 13.12.2010 über den Blog: http://zoo-artgerecht.blogspot.com/

Link: http://www.express.de/regional/koeln/hier-entsteht-koelns-groesstes-graffiti/-/2856/4911172/-/index.html

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Graffitikunst

Michelangelo im Parkhaus

Von Claudia Hauser, 27.01.11, 09:12h, aktualisiert 27.01.11, 09:13h

Jugendliche Graffiti-Künstler der „Mittwochs-Maler“ haben die Garage des Renaissance Hotel originell gestaltet: Sie haben Klassiker der Kunstgeschichte von da Vinci bis Warhol verfremdet und auf dem Beton verewigt.

Melissa Leyendecker hat Gott einen MP3-Player in die Hand gelegt – in ihrer Version von Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“.
Graffiti

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Melissa Leyendecker hat Gott einen MP3-Player in die Hand gelegt – in ihrer Version von Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“.

Friesenviertel – Gott hat jetzt einen i-Pod. In Mintgrün. Melissa Leyendecker hat ihm den MP3-Player in die Hand gelegt – in ihrer Graffiti-Version von Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“. Das Original ziert die Kuppel der Sixtinischen Kapelle, Melissas Version eine Wand in der Tiefgarage des Renaissance Hotel. Vier Tage lang hat die 19-Jährige an dem fünf Meter langen Bild gearbeitet, ihr Werk ist eines von mehreren Graffiti, mit denen sich die „Mittwochs-Maler“ auf dem Beton des Parkhauses verewigt haben – ganz legal.Auf positive Art austoben

„Unsere Gäste fahren künftig in die Tiefgarage und sind mitten in einer Kunstgalerie“, sagt Hoteldirektor Wolfgang Gros. Die „Mittwochs-Maler“ sind ein eigenständiges Jugendkunst-Projekt in Trägerschaft des Sozialdienst Katholischer Männer (SKM Köln). Die Gruppe wurde 2005 mit dem Ziel gegründet, Jugendliche über die Folgen illegalen Sprühens aufzuklären, legale Flächen zu schaffen und durch wöchentliche Workshops die Kreativität der Mitglieder zu fördern. „Die Jugendlichen können sich auf positive Art künstlerisch austoben“, sagt Alexandra Renken, die künstlerische Leiterin, die das Projekt mit Anke Patt vom SKM vorgestellt hat.

Jan Maraia hat sein Stillleben im Stile Leonardo da Vincis gerade fertig gesprüht, die Linien sind so sauber, als wären sie mit einem Pinsel gemalt. „Viele sind überrascht, welche Graffiti machbar sind“, sagt der 24-Jährige. Die Besitzer der Autos, neben denen er mit seinen Sprühdosen hantiert, hätten alle positiv reagiert, erzählt er. Die Graffiti-Künstler haben die Originale – Andy Warhols „Tomato Soup“ oder René Magrittes „Le fils de l’homme“ – zwar nur leicht, aber sehr effektvoll verändert. So zeigt das „Porträt der Barbara Dürer“ Albrecht Dürers Frau mit einer klassischen weißen Haube und einer roten Adidas-Trainingsjacke.

Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1288741510237.shtml

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MittwochsMaler“
Kunst in der Tiefgarage

Von INGE WOZELKA

Foto: zik

Köln –

Die „MittwochsMaler“ können’s: Die Sprayer des eigenständigen Graffiti-Projekts des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) zückten ihre Farbdosen für das Kölner Renaissance-Hotel an der Magnusstraße. Und….

Link:http://www.express.de/regional/koeln/kunst-in-der-tiefgarage/-/2856/7157456/-/index.html

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Gesprühte Kunst
Bunte Graffiti für die Zoo-Mauer

Von INGE WOZELKA

Foto: Alexander Schwaiger

Köln –

Unter dem Motto „Gesprühte Kunst für den Kölner Zoo“ wurde bundesweit die Gestaltung der Mauer ausgeschrieben. Über 60 Ideenskizzen trudelten beim Projektteam ein. Die Jury, in der neben Zoodirektor Theo Pagel auch Bananensprayer Thomas Baumgärtel saßen, haben zwölf Entwürfe ausgewählt, zudem werden Kölner Graffiti-Künstler und die Mittwochsmaler, ein Projekt des Sozialdienstes Katholischer Männer, die Wand mitgestalten.

Am Donnerstag ………

Link.http://www.express.de/regional/koeln/bunte-graffiti-fuer-die-zoo-mauer/-/2856/7407190/-/index.html

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Ein Kommentar zu “Pressestimmen”

  1. Mittwochs-Maler » Blog Archive » Neuer Artikel zum Thema “Graffiti” in der Stadtrevue am März, 05 2009 um 16:45

    [...] Hier das PDFkommu einmal zum Download und hier  zum Nachlesen in der Rubrik” Pressemitteilungen” [...]

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