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KstA Artikel „Break de Cologne “ und MittwochsMaler

Break de Cologne

Halsbrecherische Artistik auf einer Hand

Ihre Bewegungen sind halsbrecherisch, ihr Image schlecht: HĂ€ufig werden Breakdancer angefeindet, weil sie mit dem Gehabe von Gangster-Rappern verbunden werden. Im Nippeser BĂŒrgerzentrum zeigten sie, dass es ihnen um etwas anderes geht: Respekt.

Sprayer

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Drinnen sportlich, draußen kreativ: Beim Breakdance-Event Break de Cologne waren auch die Sprayer der Mittwochs-Maler SKM Köln dabei. (Bild: Leinweber)

Nippes – Da stockt einem der Atem: Die Moves, die beim diesjĂ€hrigen Breakdance-Event Break de Cologne im BĂŒrgerzentrum Nippes vorgefĂŒhrt werden, sehen halsbrecherisch aus. Verletzungen gibt es zum GlĂŒck aber keine. Mit schlafwandlerischer Sicherheit vollfĂŒhren die rund 120 aus ganz Europa angereisten Breakdancer ihre artistischen Tanzbewegungen, wirbeln ĂŒber den Boden und zeigen ihre besten Powermoves wie die „99“. Hier muss sich der Breakdancer – kurz B’Boy – auf einer Hand stehend um sich selbst drehen. DafĂŒr braucht man viel KörpergefĂŒhl und noch mehr Übung. Das weiß auch der Kölner Breakdancer Giuseppe (13): „Bei einem neuen Trick, den man noch nicht gut beherrscht, kann man sich schon mal den Arm brechen.“ Eigentlich wollte er zusammen mit seinem Freund Rayan (14) an dem „5vs5“-Wettkampf teilnehmen, bei dem zwei Crews aus jeweils fĂŒnf TĂ€nzern gegeneinander antreten. Leider fanden sie nicht genug MittĂ€nzer. Rayan: „Die meisten, mit denen wir hĂ€tten tanzen können, sind erst neu dabei und wollten nicht vor großem Publikum auftreten.“ Er selbst hat da keine BerĂŒhrungsĂ€ngste, ist aber auch schon seit zwei Jahren aktiver TĂ€nzer. Was der Breakdance fĂŒr die beiden Jungs bedeutet, fast Giuseppe zusammen: „Damit kommt man von der Straße weg.“

Gerade die Straße ist fĂŒr B’Boys in Belgien ein Problem: „Es ist nicht immer ungefĂ€hrlich, auf Belgischen Straßen Breakdance zu tanzen“, erzĂ€hlt Filco (27), der mit seiner Crew One Peace Boys aus LĂŒttich beim Wettbewerb antritt. „Man wird nicht selten angefeindet und bedroht.“ Große RĂ€umlichkeiten zum Trainieren gibt es in seiner Stadt nicht, die Jungs mĂŒssen also auf der Straße ĂŒben. „Die Politiker verwechseln Gangster-Rap und das Gehabe, das damit verbunden ist, mit Breakdancing“, sagt er. Daher stelle die Stadt keine RĂ€ume zur VerfĂŒgung. Dass das Kinder- und Jugendzentrum OT Werkstattstraße den von jungen Kölner B’Boys und B’Girls mit viel ehrenamtlichem Arbeitsaufwand organisierten Breakdance-Wettbewerb unterstĂŒtzt, findet der Belgier großartig. Und so wird eines an diesem Tag ganz groß geschrieben: Respekt. Denn auch wenn es beim Wettbewerb Geld- und Sachpreise zu gewinnen gibt, Fairness und Sportlichkeit gehen vor. So wird jeder TĂ€nzer nicht nur von den drei Wettkampfrichtern genauestens begutachtet – den international anerkannten Breakdancern Arte aus Spanien, Paulinho aus Frankreich und Dr. Hefo aus Polen -, sondern auch von den restlichen Teilnehmern krĂ€ftig angefeuert. Denn ob bei dem Crew-Wettkampf „5vs5“ oder den EinzelwettkĂ€mpfen – dem Powermove Battle und der Ü30 Kategorie Dirty Thirties -, lautstarke UnterstĂŒtzung kann jeder gebrauchen. Und die zum Tanzen notwendigen Hip-Hop Beats fehlen auch nicht: DJ ICE C aus Köln und DJ Horba aus Danzig machen ein Stillstehen schwer. Und so ist fast jeder der etwa 13- bis 35-jĂ€hrigen TĂ€nzer in Bewegung. Nur draußen vor der TĂŒr ist es ruhig, aber nicht weniger umtriebig: Die Sprayer der Mittwochs-Maler SKM Köln gestalten neue Bilder fĂŒr die OT Werkstattstraße. Auch hier wird lĂ€nderĂŒbergreifend zusammen gearbeitet: Ein Sprayer aus Frankreich und ein Sprayer aus Spanien gestalten gemeinsam eines der Kunstwerke. „Der Event hat ja einen europĂ€ischen Charakter“, sagt Maurice Kusber von den Mittwochs-Malern. „Die Leute mĂŒssen trotzdem nicht groß miteinander reden, sondern können einfach zusammen sprayen und tanzen.“ So kann man kreativ Sprachbarrieren ĂŒberwinden. Und die jungen Kölner Breakdancer, die kein Geld haben, zu Veranstaltungen im Ausland zu reisen, bekommen dank der Break de Cologne auch noch hochkarĂ€tige TĂ€nzer aus Holland, Belgien, Spanien und DĂ€nemark zu sehen.

„Es ist nicht wichtig, ob man gewinnt oder verliert, wichtig ist der Austausch“, so der DĂŒsseldorfer Engin, der durch die Veranstaltung fĂŒhrt. Der Applaus aller Teilnehmer zeigt: Das sieht hier jeder so. Die belgische Crew One Peace Boys wird Sieger beim „5vs5“-Battle und gewinnt die 400 Euro Preisgeld. Bruno sichert sich den ersten Platz beim Dirty Thirties Battle und Wal-D belegt die Top-Position beim Powermove Battle. Beide erhalten 50 Euro. Die Preise werden von Sponsoren gestiftet.

Link:http://www.ksta.de/html/artikel/1273441033731.shtml

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